Sie sind nicht nur beste Freundinnen, sondern auch Gründerinnen des Vereins Weihnachtszauber für Kinder, der sozial benachteiligten Kindern und Jugendlichen ein schönes Weihnachtsfest ermöglicht. Im Gespräch mit der Morgenpost erzählen Duti, Alex, Denise, Nadine und Helia, dass die Idee zum Verein aus einer ganz banalen Alltagssituation entstand. „Ich bin damals von meinem Bürojob nach Hause gefahren und hatte keine Bluetooth-Verbindung im Auto, also musste ich Radio hören. Dort haben Kinder von ihren Weihnachtswünschen erzählt“, erinnert sich die 37-jährige Duti.

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Die Wünsche waren klein – etwa ein Spielzeugauto, eine Puppe oder Thermounterwäsche. Das habe die zweifache Mutter sehr berührt. Auf dem Weg nach Hause rief sie ihre Freundin Helia an, und gemeinsam überlegten die beiden, wie man Kindern helfen könnte. „Wir haben lange gegrübelt und schließlich noch drei andere Freundinnen mit ins Boot geholt.“ Was folgte, war ein spontaner Instagram-Post: „Wir sammeln Geschenke.“ Mehr nicht – keine Struktur, kein Plan. Doch die Resonanz war riesig. Über eine Freundin beim Jugendamt entstanden erste Kontakte zu Einrichtungen wie den „Traglingen“, die chronisch kranke Kinder begleiten.

Von der spontanen Idee zum Verein
Nur ein Jahr später, im September 2023, wurde das Herzensprojekt schließlich offiziell als Verein eingetragen. Anfangs konzentrierten sich die fünf Frauen vor allem auf Sachspenden. „Wir haben sehr viele Spenden erhalten – zu Beginn wussten wir kaum, was wir überhaupt brauchen“, erinnert sich Helia. Die Freundinnen nahmen dennoch alles dankbar an, sortierten die Spenden und verpackten sie als individuelle Geschenke – neben ihren Vollzeitjobs.
Aus den Sachspenden wurde mit der Zeit auch finanzielle Unterstützung. Mittlerweile veranstalten die fünf Frauen immer wieder Events, um Kindern aus Heimen, Frauenhäusern oder belasteten Lebenssituationen Wünsche zu erfüllen. „Wir übernehmen jeden Schritt selbst – vom Einkauf über das Verpacken bis zum Ausliefern in die Einrichtungen“, erklärt Duti. Auch ihre Ehemänner und Kinder würden die fünf Frauen tatkräftig unterstützen: „In den Verein fließen wirklich 100 Prozent rein“, so Helia.

Wunschbäume erfüllen Kinderträume
Das Herzstück des Vereins sind die sogenannten Wunschbäume. An diese werden Weihnachtswünsche von Kindern gehängt, die man als Privatperson erfüllen kann. Sollten Zettel am Baum übrig bleiben, finanzieren die Freundinnen diese aus den gesammelten Spenden. „Bei uns wird jeder Wunsch erfüllt – egal, ob Haarklammer oder Spielkonsole“, erzählt Duti. Im Jahr würden die jungen Frauen so etwa 200 Kinder erreichen.
Mit ihrem Engagement möchten die Gründerinnen den Kindern jedoch nicht nur materielle Wünsche erfüllen, sondern ihnen auch ermöglichen, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen – etwa bei Schulausflügen oder Klassenfahrten. „Oft fehlen den Eltern einfach die 30 Euro für einen Wandertag. Dann springen wir ein“, erklärt Duti. „Uns ist wichtig, dass die Kinder nicht das Gefühl haben, ausgeschlossen zu sein.“

Nähe und Wertschätzung statt anonymer Hilfe
In den letzten Jahren sei den Freundinnen vor allem bewusst geworden, wie viele benachteiligte Kinder glauben, keine Geschenke zu verdienen. „Das ist das, was uns am meisten trifft“, sagt Duti. Einige Kinder, die der Verein unterstützt, hätten Schlimmes erlebt. „Solche Erfahrungen als kleines Kind zu verarbeiten, ist einfach furchtbar“, ergänzt Helia. Genau deshalb setzen die fünf Frauen ihre Arbeit unermüdlich fort. „Wir kennen nicht jedes Kind persönlich, aber wir wollen, dass sie spüren, dass auch sie wertgeschätzt werden.“
Was ihnen dabei besonders wichtig ist: Nähe und Präsenz. Sie besuchen jede Weihnachtsfeier der Einrichtungen, nicht als Fremde, sondern als Menschen, die zuhören, sehen und da sind. „Wir wollen nicht einfach nur einen Betrag überweisen und dann wieder gehen. Wir möchten den Kindern begegnen“, so Duti.
„Weihnachtszauber für Kinder“ will künftig ganzjährig helfen
Momentan ist das Engagement der fünf Frauen auf die Weihnachtszeit beschränkt, in Zukunft wollen sie jedoch expandieren. „Das wäre das Beste, was uns passieren kann“, betont Helia. Für die Freundinnen sei der Verein ihr absolutes Herzensprojekt. Ihr Motto? So vielen Kindern wie möglich „ein Lächeln ins Gesicht zaubern“. Duti wünscht sich, in Zukunft ein Jugendzentrum zu eröffnen – „dass die Kinder, die nicht nach Hause gehen können oder kein Zuhause haben, dorthin kommen und sich wohlfühlen können“. Aktuell sind die Frauen jedoch in Vollzeit berufstätig und auf jede Spende angewiesen.
Wer den Verein Weihnachtszauber für Kinder unterstützen möchte, kann dies jederzeit mit einer Spende tun. Auf der Website des Vereins finden sich weitere Informationen zu aktuellen Projekten, Spendenmöglichkeiten und dem Engagement der fünf Freundinnen.




