35 Jahre Kult-Linie 100 – Berlin feiert seinen berühmtesten Bus: Am 26. November 1990 startete der erste Doppeldecker der heute wohl bekanntesten Linie der Hauptstadt. Es war eine besondere Premiere: Sie war die erste Ost-West-Verbindung und galt als sichtbares Zeichen der Wiedervereinigung. Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) heben zum Jubiläum ihre herausragende Bedeutung als „Brückenschlag in einer Zeit, in der Tarife, Orientierung und Alltagslogistik neu verhandelt wurden“ hervor.

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Der Start war ein wahres Abenteuer für die Berliner und Fahrer, da viele den jeweils anderen Teil der Stadt nicht kannten oder nicht mehr kannten. Fahrer aus Ost und West mussten sich plötzlich im jeweils anderen Teil Berlins zurechtfinden – oft mit handgezeichneten Linienplänen, bevor Navis zum Einsatz kamen.

Bus-Linie 100 in Berlin: Es gab zwei Tarife
Der 100er-Bus, erstmals eine dreistellige Zahl, wurde von zwei Verkehrsgesellschaften betrieben, und es gab zwei Tarife. West-Berliner zahlten 2,70 D-Mark, Ost-Berliner nur 20 Pfennige. Wer „rüber“ wollte, musste zwei D-Mark für einen „Grenz“-Fahrschein lösen. Bis Januar 1995 bestanden zusätzlich der West-„A-Tarif“ bzw. der Ost-„B-Tarif“, danach wurden die Tarifgrenzen aufgehoben.
Der 100er verbindet seitdem die größten Hauptstadt-Sehenswürdigkeiten: Gedächtniskirche, Siegessäule, Brandenburger Tor, Dom und Fernsehturm. Eine Gratis-Sightseeing-Tour, die wohl viele Berliner mit ihrem Familienbesuch unternehmen. Kleiner Wermutstropfen: Seit einigen Jahren dürfen wegen einer Gewichtsbeschränkung auf der Route keine Doppeldecker mehr eingesetzt werden. Die Plätze vorne im Oberdeck waren zuvor immer besonders beliebt gewesen.




