Liebe Leserin, lieber Leser,
am Sonntag am Weißensee dachte ich kurz, ich laufe durch eine improvisierte Kunstausstellung: In der Amalienstraße standen reihenweise Autos, deren vereiste Heckscheiben mit „6-7“ beschmiert waren. Erst wirkte es wie ein kryptischer Parkplatzcode – oder wie eine sehr verzweifelte Botschaft an den Winterdienst. Aber nein: Es ist ein echter Hype. Ein Internet-Trend. Ein Meme. Und natürlich hatte ich – wie immer bei solchen Trends – noch nie davon gehört.

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Nach kurzer Recherche stellte sich heraus: „6-7“ bedeutet – Achtung, jetzt wird’s tiefgründig – nichts. Es stammt aus einem TikTok-Video, bei dem eine Stimme einfach „six… seven“ ruft. Ein Running-Gag, der durch seine völlige Bedeutungslosigkeit viral geht. Manche Jugendliche schmettern es in U-Bahnen, andere schmieren es auf Autos. Und während ich das las, dachte ich: Das ist das Dümmste, was ich seit Langem gehört habe. Aber gleichzeitig beneide ich diese herrlich sinnfreie Energie fast ein bisschen.
Bin ich also alt? Ein Boomer? Vielleicht. Oder vielleicht auch einfach jemand, der gern versteht, warum Dinge passieren. Die Generation TikTok hingegen feiert begeistert die Kunst des Nonsens. Fair enough. Ich nehme es sportlich: Sollte mir demnächst jemand ein „6-7“ entgegenbrüllen, nicke ich einfach wissend – und flüstere zurück: „8-9.“ Mal sehen, was passiert.
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Ihr Berlin-Tipp
Wo schmeckt der Kaffee am besten? In welchem Kiezversteck gibt es das beste Feierabendbier? Und wo zeigt sich Berlin von seiner schönsten, schrulligsten oder überraschendsten Seite? Alles wichtige Fragen, die Sie nun beantworten können. Der heutige Tipp kommt von Matthias aus Prenzlauer Berg:
„Wer in Berlin etwas Besonderes erleben will, sollte unbedingt die Sammlung Boros besuchen. Die Kombination aus moderner Kunst und dem alten Bunker ist unglaublich eindrucksvoll. Die Führung dauert nur etwa 90 Minuten und lohnt sich total – man versteht die Werke viel besser. Danach empfehle ich einen Kaffee im Father Carpenter um die Ecke.“
Und jetzt sind Sie gefragt: Schreiben Sie mir Ihren ganz speziellen Tipp – ob Lieblingsplatz, Geheimadresse oder Alltagsflucht – an spaeti@morgenpost.de. Ihre Einsendungen stelle ich hier im Newsletter vor.
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Jetzt kommt noch unser Kult-Taxifahrer Kasupke
... der eine gute Vorhersage getroffen hat:
„Na det war ja ne schöne weiße Übaraschung am Montachmorjen. Hatten die Meteorologen ja anjekündicht, aba det kommt ja doch oft andas als vorherjesacht. Passt ja ooch jut zur Eröffnung der Weihnachtsmärkte inna Stadt. Wobei meene Prophezeiung, det der erste Schnee fällt, bevor die Männa in Orange det Herbstlaub einsammeln, ooch einjetroffen is. Na ma kieken wie lange nu beedet liejenbliebt… Ick wage mal noch ne Vorhersaje: der Schnee is schnella weg als det Laub – wetten, liebe BSR? Wenn ick valiere, jeb ick‘n Jlühwein aus.“

Schreiben Sie mir gerne, wenn Sie Fragen, Tipps oder Lieblingsorte haben. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Feierabend.
Herzliche Grüße!
Ihr Pascal Biedenweg
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