Liebe Leserin, lieber Leser,

wer die Info-Abende zu den Umbauplänen auf der Torstraße besucht, könnte glauben, Berlin stehe vor der verkehrspolitischen Apokalypse. 90 Mängel! 34 Bäume! Vier Spuren! In dieser Stadt reicht eine Baustelle, und sofort wird der Untergang beschworen.

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Natürlich kann man über Baustellen, Bäume und Verkehrsführung diskutieren – völlig zu Recht sogar. Aber oft ignoriert die Debatte die Realität: Die Torstraße ist eine zentrale Ost-West-Ader mit rund 28.000 Fahrzeugen am Tag. Die lassen sich nicht per Wunschdenken auf eine Spur pro Richtung eindampfen.

Querschnitt: Planungen zum Umbau der Torstraße in Mitte
So plant der Senat den Umbau des Straßenabschnittes auf der Torstraße zwidchen Chauseestraße und Rosenthaler Platz.© Berliner Morgenpost Infografik | C. Schlippes

Umso erstaunlicher, was in der Aufregung meist ausgeblendet wird: Nur eine Straße weiter existiert längst eine sehr gute Alternative für Radfahrende – die Linienstraße, eine ruhige Fahrradstraße, fast idyllisch. Der Radverkehr bricht hier nicht zusammen, er floriert. Aber gut, Berlin wäre nicht Berlin ohne die Fähigkeit, sich selbst in den Alarmmodus zu reden.

Deshalb, liebe Kritiker, einmal tief durchatmen, Fenster auf Kipp, und dran denken: Es wird am Ende selten so heiß gegessen, wie Diskussionen in Berlin aufkochen. Die Baustelle kommt. Und die Aufregung darüber verschwindet meist schneller, als frischer Asphalt trocknet.

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Ihr Berlin-Tipp

Wo schmeckt der Kaffee am besten? In welchem Kiezversteck gibt es das beste Feierabendbier? Und wo zeigt sich Berlin von seiner schönsten, schrulligsten oder überraschendsten Seite? Alles wichtige Fragen, die Sie nun beantworten können. Der heutige Tipp kommt von Marius aus Charlottenburg:

„Geht mal zu Cao Cao am Kudamm – super leckeres vietnamesisches Essen, große Portionen und faire Preise. Perfekt, wenn man gut essen will, ohne viel auszugeben.“

Und jetzt sind Sie gefragt: Schreiben Sie mir Ihren ganz speziellen Tipp – ob Lieblingsplatz, Geheimadresse oder Alltagsflucht – an spaeti@morgenpost.de. Ihre Einsendungen stelle ich hier im Newsletter vor.

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Jetzt kommt noch unser Kult-Taxifahrer Kasupke

... der Kiewel und Kerner an Silvester nicht vermissen wird:

„Nu soll‘s also doch ne Silvestaparty am Brandenburja Tor jeben. Ohne Bühnenshow und mit Berlina DJ‘s statt Kerna und Kiewel, na det is keen Valust. Um Mittanacht soll ooch wieda een Riesenfeuawerk steijen, damit der Rest der Welt nich gloobt, inna deutschen Hauptstadt sind die Lichta schon ausjejangen. Apropos Lichta: die Silvestasause lässt sich der Senat insjesamt üba ne halbe Milljon Euro kosten, und jibt 200.000 Euro Steuajeld dazu. Also ick finde, so ne Untastützung hätte für die Weihnachtsbeleuchtung am Kudamm ooch drin sein müssen.“

Taxi Kasupke
Kasupke sagt, wie es ist.© Shutterstock | Shutterstock / Bearbeitung: BM

Schreiben Sie mir gerne, wenn Sie Fragen, Tipps oder Lieblingsorte haben. Ich wünsche Ihnen einen angenehmen Feierabend.

Herzliche Grüße!

Ihr Pascal Biedenweg

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