• Gegen mehr als 20 Schulen in Berlin sind Anschlagsdrohungen im Umlauf
  • Die Polizei Berlin spricht von Falschinformationen, mit dem Ziel, Kinder in Angst zu versetzen
  • Die Bevölkerung solle die Nachrichten nicht weiterverbreiten

Eine über mehrere Messenger-Dienste verbreitete angebliche islamistische Anschlagsankündigung gegen Dutzende Berliner Schulen sorgt in der Hauptstadt für Unruhe. Bei der Polizei sind über den Notruf mindestens 900 Anrufe eingegangen, wie ein Sprecher sagte. Zunächst war die Rede von rund 20 Schulen, mittlerweile sprechen die Sicherheitsbehörden von 34. Speziell für Schulen ausgebildete Präventionsbeamtinnen und -beamte seien im Einsatz.

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Polizeisprecher Martin Halweg sagte am Montagmittag, die Polizei gehe davon aus, dass es sich bei den Drohungen um gezielte Falschinformationen handle. „Wir nehmen jede dieser Drohungen ernst“, versicherte Halweg. Der Polizeiliche Staatsschutz sei bislang zu der Einschätzung gekommen, dass diese Drohungen verbreitet wurden, „mit dem Ziel und dem Zweck, ganz gezielt Angst und Schrecken unter den Kindern, Jugendlichen und Eltern Berlins zu verbreiten“.

Polizei Berlin: Weitere Drohungen durch Nachahmer versendet

Im Laufe der Nacht von Sonntag auf Montag hat es laut Polizei zudem Nachahmer gegeben. In sozialen Medien seien weitere Drohungen aufgetaucht. Aus ermittlungstaktischen Gründe könne die Anzahl jedoch nicht mitgeteilt werden. „Nach Einschätzung des Polizeilichen Staatsschutzes handelte es sich auch dabei um gezielte Falschinformationen“, erklärte Sprecher Halweg der Morgenpost.

Die Polizei Berlin appellierte an die Bevölkerung, die Falschinformationen nicht weiterzuverbreiten: „Bitte sorgen Sie nicht dafür, dass die Verantwortlichen mit diesem niederträchtigen Versuch, Angst und Schrecken unter unseren Kindern zu verbreiten, am Ende Erfolg haben.“

Zu konkreten Gefährdungen und Bedrohungen lägen bislang keinerlei Erkenntnisse vor. Nun werde ermittelt, wer hinter diesen Drohungen stecke, „damit sie entsprechend zur Rechenschaft gezogen werden können“.

Wer hinter diesen Falschnachrichten steckt, kann die Polizei bislang nicht sagen. Die Ermittlungen liefen ergebnisoffen in alle Richtungen, sagte Halweg. Ob eine Spur nach Russland führe, sei Gegenstand der Ermittlungen. Es sei möglich, dass ein Russisch-Sprachler die Falschnachricht verfasst habe, aber auch, dass jemand eine KI benutzt hat, um den Text ins Russische zu übertragen. Die erste Nachricht war in einem russischsprachigen Telegram-Kanal aufgetaucht.

Viele Schüler wollen am Montag nicht in die Schule gehen

Die Polizei hatte noch am Sonntagabend in einem Post bei X angekündigt, dass sie mit Einsatzkräften an den Schulen präsent sein werde. Zahlreich Reaktionen waren auf den Post eingangen.

Die Elternchats „laufen gerade Sturm“, heißt es dort zum Beispiel. Von einem Vater heißt es: „Mein Sohn hat mir das Video mit der Drohung gezeigt; er hat Angst, und seine Klassenkameraden auch. Sie werden morgen nicht zur Schule gehen. Ich habe auch Angst. Bitte unternehmen Sie etwas.“

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Der russischsprachige Telegram-Post mit der Androhung wurde in mehreren Schulgruppen weitergeleitet, etliche Oberschulen werden darin namentlich genannt. Die Polizei wollte aufgrund der viralen Wirkung ihre Präsenz verstärken. Details seien in Planung, hieß es. Die Polizei ermittelt nach eigenen Angaben wegen Störung des öffentlichen Friedens durch eine Androhung von Straftaten.

jst/pcl/dpa