Sie ist nicht nur unter Swifties in aller Munde: Ophelia, die Tochter des Polonius. Die dänische Adelige aus Shakespeares „Hamlet“ – hin- und hergerissen zwischen den Zwängen des Patriarchats, in dem sie lebt, und ihrer Liebe zu Hamlet – fällt im Stück dem Wahnsinn anheim: Sie klettert auf einen Baum und fällt in einen Fluss, in dem sie tragisch ertrinkt. Ihre Geschichte gilt als brutale wie zeitlose Erzählung über Kontrolle und Manipulation, der Frauen in einer von Männern bestimmten Welt ausgesetzt sind und an der sie letzten Endes zu Grunde gehen.

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Ihr Ophelias Tod hat zahlreiche Künstlerinnen und Künstler inspiriert, zuletzt Pop-Superstar Taylor Swift, die die Geschichte Ophelias in einem Song aufgreift und als Metapher für Liebeskummer, Isolation und psychischen Druck benutzt. Anders als Ophelia nimmt Taylors Geschichte aber eine positive Wendung, das Lied ist letztlich eine Synth-Pop-Hymne auf Erlösung in einer neuen Liebe.
„The Fate of Ophelia“: Taylor Swift löst weltweiten Hype aus
Der eingängige Song aus dem Album „The Life of a Showgirl“ brach schnell Rekorde. Spotify verkündete noch am Release-Tag, das Lied „The Fate of Ophelia“ sei der meistgestreamte Song an einem Tag in der Geschichte der Plattform. Auf TikTok veröffentlichen seither Millionen Menschen ihre eigenen, vom Musikvideo inspirierten, Ophelia-Tänze und in Wiesbaden kann sich das Museum gerade über einen Besucherzustrom freuen.
Das Video nimmt in einer Szene visuelle Anspielung auf das Werk von Jugendstilmaler Friedrich Heyser, das im Museum Wiesbaden hängt. Das Museum reagierte auf den Hype mit speziellen Events. Zu Tausenden pilgern die Swifties ins Museum, der Direktor spricht von einem Geschenk, das Taylor Swift dem Museum gemacht habe.
Diese Verbindung von Popkultur und Hochkultur generierte zusätzliche Presse und Aufmerksamkeit – und die schlägt weiter Wellen, bis in die Social-Media-Redaktion der Feuerwehr Berlin.
Feuerwehr Berlin im Ophelia-Fieber
In deren Instagram-Account findet sich seit Donnerstag ein kurzer Clip, der den Refrain des Songs aufgreift und dazu Szenen aus dem Alltag der Feuerwehrleute schneidet. Einsätze an Land, zu Wasser und in der Luft, Vereidigungen, Teamarbeit beim Löschen – passend unterlegt mit den Liedzeilen „Keep it one hundred/ On the land, the sea, the sky/ Pledge allegiance to your hands/Your team, your vibes“.
Selbst Taylor würde, da ist man sich bei der Feuerwehr sicher, sagen: „That‘s hot!“, kommentiert die Redaktion. „Offiziell im Ophelia-Fieber – und wir ham‘ den Beat schon im Blaulicht“, heißt es weiter in dem Post. Den Fans gefällts: Mehrere Tausend Likes sammelte der Clip innerhalb weniger Stunden, dazu augenscheinlich ausschließlich positive Kommenatre. „Sehr gut, so muss das sein“, kommentiert einer, „Cooles Video“ ein anderer. Es regnet Flammen- und Herz-Emojis.




