Der anhaltende Boom bei Künstlicher Intelligenz (KI) führt bei Google dazu, dass der US-Konzern Milliarden in den Ausbau von Rechenzentren und Büros in Deutschland stecken will. KI braucht bei der Verarbeitung riesiger Datenmengen größere und schnellere Rechenkapazitäten. Daher will Google unter anderem in den Auf- und Ausbau zweier Rechenzentren in Hanau und Dietzenbach (Hessen) bis 2029 massiv investieren. Laut Google soll das Milliarden-Investment bis 2029 jährlich rund 9000 Arbeitsplätze in Deutschland sichern. Laut Country Manager Philipp Justus ist es das bisher größte Investitionsprogramm von Google in Deutschland.

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Für Berlin kündige Google auf einer Konferenz in der Hessischen Landesvertretung den Ausbau der Büros an der Tucholskystraße in Mitte an. Hier betreibt der Konzern unter anderem eine „Zukunftswerkstatt“ und bietet KI-Kurse an. Geplant sind in dem historischen Klinikgebäude an der Spree unter anderem der Umbau der ehemaligen Studios auf drei Etagen mit Besprechungsräumen, einem neuen Tech-Talk-Konferenzraum mit Spree-Blick und einem neuen Demobereich.

Auch die Büroflächen in München und Frankfurt/Main sollen erweitert werden. In München will Google den Ausbau der Arnulfpost vorantreiben und neue Büroflächen für rund 1500 Mitarbeiter schaffen. In Frankfurt/Main hat Google die 24. Etage des Global Towers bezogen. In Deutschland ist der US-Konzern seit 24 Jahren vertreten und beschäftigt heute mehr als 3000 Mitarbeiter, unter anderem in Berlin und Hamburg.

Strom soll CO2-frei produziert werden

Googles geplantes Rechenzentrum in Dietzenbach (Hessen) soll für Cloud-Dienste in Deutschland aufgebaut werden. Es soll Dienste mit geringer Verzögerung (Latenz) für große Firmen wie Mercedes-Benz bereitstellen, um deren KI-Lösungen zu unterstützen. Das erweiterte Rechenzentrum in Hanau soll ebenfalls Cloud- und KI-Dienste wie „Vertex AI“ und „Gemini“ anbieten.

Solche Rechenzentren verbrauchen große Mengen Strom und produzieren Wärme. Google will zukünftig Strom aus neuen deutschen Onshore-Wind- und Solarprojekten beziehen und sein Portfolio an sauberer Energie durch Batterie- und Wasserspeichersysteme optimieren. Auch den Bezug von Strom aus Offshore-Windkraftanlagen will Google verstärken. Der Konzern deckt nach eigenen Angaben seit acht Jahren seinen gesamten Energiebedarf weltweit aus erneuerbaren Energien und verfolgt das Ziel, in Zukunft an jedem Standort mit CO2-freier Energie zu arbeiten. Der Betrieb in Deutschland soll möglichst bis 2026 zu mindestens 85 Prozent mit CO2-freier Energie betrieben werden, kündigte Google in Berlin an.

Die Abwärme des Rechenzentrums soll ins Fernwärmenetz

Im hessischen Dietzenbach plant Google, überschüssige Wärme des geplanten Rechenzentrums weiterzuverwenden. Es soll Googles erstes Wärmerückgewinnungsprojekt in Deutschland werden. Die Abwärme des Serverparks soll in das Fernwärmenetz eingespeist und von den Bürgern genutzt werden können. So könnte das Rechenzentrum nach Bau und Start mehr als 2000 lokale Haushalte mit Warmwasser und Wärme versorgen.

Finanzminister Lars Klingbeil lobte das Investment von Google in Deutschland (Archivbild)
Finanzminister Lars Klingbeil lobte das Investment von Google in Deutschland (Archivbild) © dpa | Michael Kappeler

Bundesfinanzminister Lars Klingbeil (SPD) erklärte in Berlin: „Die Milliarden-Investitionen von Google sind echte Zukunfts-Investitionen: in Innovationen, in Künstliche Intelligenz, in die klimaneutrale Transformation. Investitionen für zukünftige Arbeitsplätze in Deutschland. Das ist genau das, was wir jetzt brauchen.“