Knapp zwei Wochen nach Schüssen vor einem Aldi in Mariendorf (Tempelhof-Schöneberg), bei dem ein 45-Jähriger verletzt wurde, ist ein Verdächtiger in Reinickendorf gefasst worden. Wie die Polizei mitteilte, stellten Spezialeinsatzkräfte nach intensiven Ermittlungen einen 24-Jährigen am Montag gegen 20:20 Uhr auf dem Gehweg der Markstraße fest. Sie konnten den Mann widerstandslos festnehmen.

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Bei ihm fanden sie eine scharfe Schusswaffe. Ob diese bei dem versuchten Tötungsdelikt am 22. Oktober benutzt wurde, ist Gegenstand der Ermittlungen. Der Verdächtige wurde am Dienstag einem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Tiergarten vorgeführt, der einen Haftbefehl erließ. Die Ermittlungen dauern an.

Senatorin: Mehr Polizei nach Schießereien von Kriminellen

Angesichts der vielen Schießereien von Kriminellen in den letzten Wochen in Berlin will die Polizei ihre Gegenmaßnahmen deutlich verstärken. Bislang seien rund 100 uniformierte Polizisten und Spezialisten aus dem Landeskriminalamt mit dem Thema befasst und im Einsatz, sagte Innensenatorin Iris Spranger (SPD) im Innenausschuss. Diese Zahl solle erhöht werden, um diese Ermittlungen zu unterstützen. 

Die Polizei habe bereits die Präsenz an kritischen Orten verstärkt, sagte Spranger. Einschlägige Lokale würden kontrolliert, es gebe zusätzliche Verkehrsüberwachungen an relevanten Stellen. Die Polizei zeige klare Kante gegen bewaffnete Kriminalität und suche nach Schusswaffen, um sie zu beschlagnahmen. 

Streitigkeiten von Kriminellen seien zuletzt vermehrt mit Schusswaffen ausgetragen worden, stellte Spranger fest. Beteiligt sei dabei vor allem auch die organisierte Kriminalität. Das sei ein alarmierendes Signal und zeige ein erhöhtes Bedrohungspotenzial.

(mit dpa)