36,8 Tage – mehr als fünf Wochen – so lange sind Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes im Schnitt pro Jahr krank. Dies geht aus Zahlen der Senatsverwaltung für Finanzen hervor, über die das Portal „Focus“ berichtet. Und auch wenn man Wochen- und Feiertage abzieht, die in der Statistik mitgezählt werden, ist Berlin Spitzenreiter bei den Krankschreibungen im öffentlichen Dienst.

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Mit bereinigt 26,3 Fehltagen liegt Berlin damit immer noch über dem Bundesdurchschnitt an Fehlzeiten von 22,3 Arbeitstagen, den der Dachverband der Betriebskrankenkassen (BKK) für 2024 ermittelt hatte. Für den Bereich öffentliche Verwaltung lag der Wert 2024 in ganz Deutschland dabei laut BKK bei 25,5 Fehltagen. Besonders häufig fallen die Mitarbeiter in Berlin im Bezirk Mitte krankheitsbedingt aus: Hier ist laut der Statistik ein Mitarbeiter im Schnitt 46,5 Tage im Jahr krank.
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Krankheitstage: Hier fehlen die Mitarbeiter im Schnitt am Längsten
Der Bericht der Finanzverwaltung schlüsselt dabei auch nach Bereichen innerhalb der Verwaltung auf: Die meisten Krankentage – im Schnitt 77,3 – gibt es dabei bei den Politessen in der Parkraumbewirtschaftung, die bei Wind und Wetter Knöllchen an Autos stecken. Danach kommen Gefängnisse und Ordnungsämter, wo Beschäftigte im Schnitt 50 Tage pro Jahr krank sind.
Neben den Ämtern fallen in die Krankenstatistik des Öffentlichen Dienstes auch Polizei und Feuerwehr. Bei beiden fehlen Mitarbeiter im Schnitt 40 Tage im Jahr krankheitsbedingt. Schon seit Jahren klagen beide Institutionen angesichts der hohen Kriminalitätsrate und täglicher Demos über hohe Belastung und Personalmangel: „Wir sehen anhand der seit Jahren extrem hohen Krankenstände, dass insbesondere Polizei und Feuerwehr in dieser Stadt immer weiter auf Verschleiß gefahren werden“, sagte der Berliner GdP-Sprecher Benjamin Jendro dem „Focus“.
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Öffentlicher Dienst kämpft mit extremem Personalmangel
Der Deutsche Beamtenbund (dbb) wehrt sich im „Focus“ gegen das weit verbreitete Vorurteil, dass sich insbesondere Beamte gerne krankschreiben lassen. „Unsere Beschäftigten haben einen sehr hohen Altersdurchschnitt. Wer als junger Mensch gerne am Wochenende einspringt oder Überstunden macht, kann das, wenn er älter ist, vielleicht nicht mehr“, sagte der Berliner dbb-Vizechef Thomas Goiny dem Portal.
Der Beamtenstand steige laut Goiny auch wegen des großen Personalmangels in vielen Ämtern: Die Hälfte der 800 Stellen in den Ordnungsämtern der Bezirke ist etwa aktuell nicht besetzt. 40.000 und damit fast ein Drittel der 135.000 Beschäftigten im Öffentlichen Dienst gehen in den kommenden Jahren in Rente. Laut Goiny liegt der Nachwuchsmangel auch an fehlender Anerkennung junger Beschäftigter durch ihre Chefs. „Eine Mail zu Weihnachten reicht da nicht.“
jst/BM






