Die Berliner Feuerwehr bekämpft aktuell seit 5.20 Uhr einen Großbrand in einem Industriegebiet in Berlin-Lichterfelde. In Flammen stehen eine Industriehalle und ein angrenzender Bürokomplex am Barnackufer. Wie Feuerwehrsprecher Henri Moschner sagte, sei das Feuer vermutlich auf einem benachbarten Hof mit Baracken und kleineren Werkstätten ausgebrochen und die Flammen hätten dann auf die Industriehalle übergegriffen.

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Auf diesem Hof konnte die Feuerwehr noch mehrere kleine Propangasflaschen sicher stellen, damit sie nicht explodieren. Im Verlauf der Löscharbeiten ist der Feuerwehr zufolge zunächst das Dach der zweigeschossigen Halle eingestürzt, später auch Teile des Bürotrakts. Das habe den Einsatz erheblich erschwert. Eigentlich war geplant, die Seitenwände mit einem Bagger einzureißen, um Glutnester im Inneren gezielt löschen zu können. Nach Rücksprache mit einem Baustatiker des Technischen Hilfswerks wurde diese Idee aber verworfen – die Gefahr, dass das Feuer bei einem weiteren Einsturz auf andere Gebäude übergehe sei zu groß gewesen.
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„Wir sind mit etwa 95 Einsatzkräften vor Ort“, sagte ein Feuerwehrsprecher am Morgen. Später seien dann noch etwa 75 Kräfte vor Ort gewesen, hieß es.

Offenbar gehört die Industriehalle zu einem Recyclingunternehmen. Wie der Feuerwehrsprecher sagte, seien dort keine Gefahrenstoffe gelagert. Schwierigkeiten bei den Löscharbeiten bereitet den Einsatzkräften die schlechte Wasserversorgung in dem Industriegebiet. „Mitarbeitende eines benachbarten Kraftwerks unterstützten die Einsatzkräfte beim Aufbau einer Wasserversorgung über das Hydrantennetz des Kraftwerks. Zudem kamen ein Tanklöschfahrzeug und ein Mehrzweckboot zum Einsatz, um die Wasserversorgung über den nahegelegenen Teltowkanal herzustellen“, teilte die Feuerwehr mit.
„Aufgrund des Einsatzes von Löschschaum wurde präventiv der Umweltdienst sowie ein Vertreter des Bezirkes in Vertretung der Senatsverwaltung für Umwelt hinzugezogen, um eine Gefährdung des nahegelegenen Gewässers auszuschließen“, hieß es. Ein Fachberater des Technischen Hilfswerks wurde zur Bewertung der Gebäudeeinsturzgefahr sowie möglicher erforderlicher Abrissarbeiten hinzugezogen. Das Gelände wurde durch den Energieversorger Strom stromlos geschaltet.

„Die Einsatzlage ist für uns übersichtlich und wir haben mit den Nachlöscharbeiten begonnen“, sagte Moschner gegen 10 Uhr am Vormittag. „Die werden heute aber noch viele Stunden dauern.“
Nicht das erste Feuer im Industriegebiet in Lichterfelde
Anwohner rund um das Barnackufer dürften sich mit Schrecken an den August 2018 erinnern. Vor mehr als sieben Jahren schreckte eine stinkende Rauchwolke die Anwohner nachts auf. Mehrere hundert besorgte Berliner hatten den Notruf gewählt. Die Rauchwolke war damals ebenfalls bei einem Brand in einer Lagerhalle in Berlin-Lichterfelde am Barnackufer entstanden.
Im Sommer 2018 waren etwa 30 Kubikmeter Bau-Mischabfälle in Brand geraten. Das Feuer wurde nach anderthalb Stunden unter Kontrolle gebracht. Allerdings verursachte der anschließende Schwelbrand eine Rauchfahne, die sich - unterstützt durch das Wetter - von Lichterfelde nach Norden hin bis nach Mitte ausgebreitet hatte.
Rauchfahne war in halb Berlin zu riechen
Von dem stechenden Brandgeruch betroffen waren der Feuerwehr zufolge die Bezirke Steglitz-Zehlendorf, Tempelhof-Schöneberg, Charlottenburg-Wilmersdorf und Mitte. Der Rauch sei ungefährlich gewesen, so ein Feuerwehrsprecher damals. Per Twitter hatte die Feuerwehr 2018 dazu aufgerufen, Fenster und Türen geschlossen zu halten.
Auch das offizielle Warn- und Informationssystem „Katwarn“ meldete in der Nacht:: „Brand in Berlin-Lichterfelde. Derzeit kommt es auf Grund eines Brandes von Baumischabfällen zu einer starken Rauchentwicklung und der damit verbundenen Geruchsbelästigung im Süden Berlins.“ Es wurde darauf hingewiesen, Türen und Fenster zu schließen, Lüftungs- und Klimaanlagen abzuschalten.
„Bei unserer Einsatzbesprechung heute war das Feuer von 2018 auch ein Thema, weil sich ein paar Kollegen an den Einsatz erinnern konnten“, sagte Moschner. „Diese Gefahr bestand heute nicht und es hat auch nicht in dem Unternehmen gebrannt, in dem vor sieben Jahren das Feuer ausgebrochen war.“
pvt/ag





