Nachdem mehrere Filialen der Start-up-Kaffeehauskette LAP in Berlin mit roter Farbe beschmiert worden waren, hat die Polizei Berlin die Ermittlungen aufgenommen. Wie der RBB berichtet, geht die Polizei von einem politischen Motiv aus.

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„Nach aktuellem Ermittlungsstand sind sämtliche in Berlin eröffnete Filialen der Kaffeehauskette betroffen. Dabei wurden Flugblätter hinterlassen, deren Inhalt auf einen politischen Motivationshintergrund der Sachbeschädigungen hinweisen“, teilte die Polizei dem Sender auf Anfrage mit. Weitere Details bleiben offen. Es werde weiter ermittelt, heißt es.

Angriffe auf LAP Coffee in Berlin – Polizei geht von politischem Motiv aus

In einer offenbar koordinierten Aktion waren mehrere Filialen von LAP Coffee in der vergangenen Woche mit roter Farbe beschmiert worden. Wie die „B.Z.“ berichtete, waren sämtliche 15 LAP-Shops in Prenzlauer Berg, Mitte, Kreuzberg und Schöneberg betroffen.

Verantwortlich für die Farbattacken soll eine anonyme Gruppe sein. Diese kritisiert schon länger LAP, da die Kaffee-Kette mit ihren Dumpingpreisen – 1,50 Euro für einen Espresso und 2,50 Euro für einen Cappuccino – zur Verdrängung von lokalen Cafés führe.

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LAP-Coffee: Vermeintliche Täter bieten Gesprächsangebot – mit Vorbedingungen

Am Mittwoch tauchte auf der linksradikalen Plattform „Indymedia“ ein offener Brief der vermeintlichen Angreifer auf – die Echtheit lässt sich nicht überprüfen, jedoch wurde die Webseite in der Vergangenheit oft für Bekennerschreiben genutzt, die als authentisch gewertet wurden. Darin formulieren sie ihre Bereitschaft, mit dem Geschäftsführer der Kaffee-Kette, Ralph Hage, ins Gespräch zu gehen. Allerdings nur zu bestimmten Bedingungen.

So fordern die mutmaßlich Drahtzieher hinter dem massenhaften Farbanschlag, „eine detaillierte und umfassende Auflistung darüber, in welchen Fällen Lap Coffee seit Gründung des Unternehmens gegen Kritik juristisch vorgegangen ist bzw. mit juristischen Schritten gedroht hat“. Weiterhin müsse Hage 80 Prozent seines Vermögens für Mitbestimmungsstrukturen in Betrieben gehen, unter anderem an „Red Bull“ und „Delivero Hero“, wo Hage gearbeitet hat. „Beide Unternehmen sind bekannt dafür, alle
Versuche der Beschäftigten, sich zu organisieren und etwa durch die Gründung von Betriebsräten bessere Arbeitsbedingungen zu erreichen, systematisch zu sabotieren“, heißt es in dem Schreiben.

Letztlich wird gefordert, die Anwohnerschaft der LAB Coffee-Filialen zu befragen, wie sie zur Ansiedlung der Kaffee-Läden stehen. „Alle Filialen, bei denen sich ein relevanter Teil der Befragten dagegen entscheidet, sollen umgehend geschlossen werden.“

LAP-Cafés eröffnen mit finanzstarken Investoren in immer mehr Kiezen

LAP wurde erst 2023 von den Start-up-Unternehmern Ralph Hage und Tonalli Arreola gegründet. Das Konzept: Kunden können den Kaffee online im Shop bestellen – dieser kommt dann aus Vollautomaten. Das Ambiente ist kostengünstig und spartanisch ohne viele Sitzmöbel. Das Akronym LAP steht dabei für „Live Among People“ (Leben unter Menschen).

Seit der Gründung eröffnet LAP immer mehr Filialen in trendigen Kiezen in der Hauptstadt – auch durch finanzkräftige Unterstützung von Investoren wie FoodLabs, HV Capital und Insight Partners sowie Business Angels wie Diana zur Löwen. Auch in München und Hamburg gibt es inzwischen Filialen.

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Farbattacken gegen LAP-Cafés: So reagiert das Start-up

LAP selbst reagierte auf die Farbattacken mit Humor: Ein Post des Unternehmens auf Instagram zeigte unter anderem eine ChatGPT-Anfrage mit den Worten: „Wie reinige ich meine Schaufensterscheibe in weniger als fünf Minuten“ und Fotos von enthusiastischen Mitarbeitern beim Fensterputzen. Auch LAP-Gründer Hage soll demnach selbst mit angepackt haben.

Er will nach den Farbattacken auf Dialog setzen: „Wir wissen, dass Teile dieser Gruppe organisiert sind, darunter Personen aus der Kaffeeszene. Wir haben Hinweise auf einzelne Beteiligte und werden sie zunächst zu einem Gespräch einladen“, sagte Hage der „B.Z.“. Sollte dies allerdings nicht fruchten, soll die Polizei eingeschaltet werden.

viv/jst/FMG