Am Mittwoch sind in Berlin-Mitte drei Männer festgenommen worden, von denen vermutet wird, dass sie als sogenannte Auslandsoperateure für die Terror-Organisation Hamas tätig sind oder waren. Zwar bestreitet die Hamas jegliche Verbindung zu den Männern, doch Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) geht davon aus, dass die Bedrohungslage konkret war. Bei der Festnahme von zwei der drei Männer am Mittwoch in der Turmstraße kam es offenbar zu dramatischen Szenen, wie Zeugen der Morgenpost berichten.

Hamas-Terroristen in Mitte? Was die Generalbundesanwaltschaft sagt

Laut Generalbundesanwaltschaft sind am Mittwoch zwei Männer festgenommen worden, die sich an der Turmstraße zur Waffenübergabe getroffen haben. Ein dritter Mann wurde Stunden später in Moabit gefasst. Derzeit seien keine konkreten Hinweise auf einen Bezug zu irgendwelchen Ladeninhabern oder Institutionen an der Turmstraße bekannt. Warum ausgerechnet dieser Ort gewählt wurde, ist damit unklar. Die Männer wurden am Donnerstag dem Bundesgerichtshof Karlsruhe vorgeführt, wo über das weitere Vorgehen entschieden wird. Folgende Männer wurden festgenommen:

  • Der deutsche Staatsangehörige Abed Al G.
  • Der im Libanon geborene Wael F. M.
  • Der deutsche Staatsangehörige Ahmad I.

Zeuge: „Es gab einen lauten Knall“

Das riesige Polizei-Aufgebot haben die meisten der Anrainer in der Turmstraße bemerkt, auch das Team des indisch-nepalesischen Restaurants „Der Everest“ in der Turmstraße hörte, dass etwas passiert sein musste. Eine Passantin sagt: „Wir haben hier das Kriminalgericht und in der Nähe die JVA, aber das war schon dramatisch, soviel Polizei gibt es hier normalerweise nicht“. Der Besitzer des arabischen Lebensmittelmarkts Damas, gegenüber der Verwaltungsakademie, sagt: „Polizei gesehen, aber keine Ahnung, schlecht deutsch“. Ein Döner-Besitzer in der Turmstraße sagt: „Walla, keine Lust zu reden“. Auch er will seinen Namen nicht nennen und nichts mit der ganzen Sache zu tun haben.

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Ein Student der Verwaltungsakademie in der Turmstraße, der seinen Namen nicht in der Zeitung lesen möchte, berichtet der Morgenpost: „Ich hörte einen lauten Knall, dann trat ich ans Fenster der Akademie und sah, dass die Polizei eine wilde Verfolgungsjagd aufgenommen hatte. Ich wusste natürlich nicht, worum es geht. Binnen Minuten war die ganze Turmstraße voller Polizei-Autos.“ Den Polizisten sei es dann offenbar trotz des Unfalls gelungen, die Verdächtigen festzunehmen.

Was die Bundesanwaltschaft den Männern vorwirft

Ein Sturmgewehr ähnlich diesem wurde bei den festgenommenen Männern gefunden: „AK 47“ oder Kalaschnikows sind weit verbreitete Automatik-Waffen.
Ein Sturmgewehr ähnlich diesem wurde bei den festgenommenen Männern gefunden: „AK 47“ oder Kalaschnikows sind weit verbreitete Automatik-Waffen. © dpa | Carsten Rehder

Abed Al G., Wael F. M. und Ahmad I. sollen spätestens seit dem Sommer 2025 damit befasst sein, von Deutschland aus für die Hamas Schusswaffen und Munition zu beschaffen. Den Beschuldigten wird die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat zur Last gelegt.

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Nach Informationen der „Welt“ wollte einer der drei Männer, ein 44-Jähriger aus Leipzig, Waffen in Berlin empfangen. In Leipzig wurden dessen Wohnanschrift sowie eine Firmenanschrift durchsucht. Die Waffen sollten der Hamas für Mordanschläge auf israelische oder jüdische Einrichtungen in Deutschland dienen. Im Zuge der Festnahmen wurden diverse Waffen, darunter ein Sturmgewehr AK 47, sowie mehrere Pistolen, und Munition in erheblichem Umfang aufgefunden.