Wer in Berlin künftig Theater, Oper oder Philharmonie besuchen möchte, muss tiefer in die Tasche greifen. Zahlreiche große Kulturinstitutionen der Hauptstadt haben zur neuen Spielzeit ihre Ticketpreise angehoben – teils deutlich. Eine Anfrage des „Tagesspiegels“ zeigt, dass die meisten Häuser die Erhöhungen direkt oder indirekt auf die gekürzten Zuschüsse des Senats zurückführen.

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Besonders stark betroffen sind die Volksbühne mit durchschnittlich elf Prozent und die Komische Oper mit zehn Prozent Preisanstieg. „Die Preiserhöhungen sind ein direktes Ergebnis der Zuschuss-Kürzungen, denn wir wurden vom Senat aufgefordert, Wege für Mehreinnahmen zu suchen“, erklärte eine Sprecherin der Komischen Oper gegenüber der Zeitung. Auch die Volksbühne betont gegenüber dem „Tagesspiegel“, dass zusätzliche Einnahmen notwendig seien, um den Proben- und Spielbetrieb trotz der Einsparungen aufrechterhalten zu können.

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Von Philharmonie bis Staatsoper: Kultur wird in Berlin teurer

Das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (DSO) hat seine Ticketpreise im Schnitt um 8,6 Prozent angehoben. Hier wirken sich die Senatskürzungen „indirekt“ aus, da die Philharmonie als Hauptspielstätte des Orchesters ihre Mietpreise deutlich erhöht hat. Auch die Philharmonie selbst sowie das Konzerthaus Berlin haben die Preise durchschnittlich um fünf Prozent erhöht.

Für die Staatsoper Unter den Linden gelten je nach Preiskategorie Erhöhungen zwischen einem und 25 Euro pro Ticket. Hier sind die Anpassungen laut Sprecherin jedoch nicht unmittelbar auf die Senatskürzungen zurückzuführen, sondern bereits vor den Haushaltsbeschlüssen geplant worden.

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Die Häuser betonen laut der Zeitung, dass die niedrigsten Ticketpreise weitgehend stabil geblieben sind, während die teuersten Karten stärker teurer wurden. So kostet das günstigste Konzerthaus-Ticket weiterhin 12 Euro, das teuerste stieg von 94 auf 99 Euro. Die Philharmonie erhöhte den Eintritt im großen Saal von 10 auf 11 Euro, reguläre Spitzenkarten von 149 auf 156 Euro. Auch Silvesterkonzerte sind teurer geworden. Bei der Volksbühne bleibt das günstigste Ticket bei 11 Euro, das teuerste stieg von 44 auf 49 Euro. Ermäßigte Tickets für Menschen mit Berechtigungsnachweis bleiben bei drei Euro.

Kulturelle Teilhabe in Gefahr: Berliner Theater erhöhen Preise

Schon in der vergangenen Spielzeit hatten das Maxim-Gorki-Theater, das Deutsche Theater, die Schaubühne, die Deutsche Oper und das Berliner Ensemble Preiserhöhungen vorgenommen. Das Berliner Ensemble berichtete, dass auch nach den Anpassungen die Plätze in den gehobenen Preisgruppen schneller verkauft würden als die günstigen. Andere Häuser wie das Theater Hebbel am Ufer planen die erste Preiserhöhung mit Beginn des kommenden Jahres.

Daniel Wesener, Kulturexperte der Grünen-Fraktion, kommentiert: „Die Preiserhöhungen sind die logische Folge der Einsparung. Das Zauberwort heißt soziale Staffelung, denn öffentlich geförderte Kultureinrichtungen wie die Stadttheater haben auch den Auftrag, kulturelle Teilhabe zu ermöglichen.“

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Problematisch sei, dass die Erhöhungen den Vorwurf bestärken könnten, Kultur sei nur etwas für wohlhabende Menschen. „Aber nun droht durch die Kürzungen in der Kulturförderung genau dieser Effekt, dass gerade Geringverdienende bestimmte Kulturangebote seltener oder gar nicht mehr wahrnehmen können“, warnt Wesener.