Das Netzwerk Jüdischer Hochschullehrender und die Jüdische Studierendenunion Deutschland haben sich gegen einen geplanten Vortrag der UN-Sonderberichterstatterin für die besetzten palästinensischen Gebiete, Francesca Albanese, an der Freien Universität Berlin (FU) gewendet. Albanese steht als Referentin auf dem Programm eines Workshops, der am Mittwoch in Berlin im Rahmen der Jahrestagung der Europäischen Gesellschaft für Internationales Recht (ESIL) stattfinden soll.

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Die jüdischen Organisationen forderten am Montag in einem offenen Brief neben einer „Annulierung“ der Keynote Albaneses auch eine Änderung des Workshoptitels, in dem unter anderem die Worte „Kartografie und Anatomie eines Genozids“ vorkommen.

Der italienischen Juristin und Dozentin warfen sie vor, antiisraelische Positionen zu vertreten, „die nichts mehr mit legitimer Kritik am Vorgehen der Regierung eines Staates hat“. Albanese würde „Nazi- und Schoah-Vergleiche in Bezug auf den jüdischen Staat Israel“ bemühen, das Leid der Israelis verkennen und „Theorien einer jüdischen Weltverschwörung“ verbreiten.

Freie Universität ließ Veranstaltung mit Albanese bereits im Februar nicht zu

An der FU hatte bereits im Februar eine Veranstaltung mit Albanese und Eyal Weizman, Direktor der interdisziplinären Agentur „Forensic Architecture“, nicht wie geplant stattgefunden. Aus Sicherheitsgründen wollte die FU die Veranstaltung nur online zulassen. Albanese trat dann auf einer Podiumsdiskussion in den Räumlichkeiten der Tageszeitung „junge Welt“ auf. Weizman ist laut Workshop-Programm auch diesmal neben Albanese als Referent eingeplant.

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner (CDU) hat sich in einem Interview mit dem britischen „Jewish Chronicle“ gegen einen Auftritt Albaneses ausgesprochen. „Wir tolerieren keinen Antisemitismus an unseren Hochschulen.“, sagte Wegner. Aus diesem Grund komme ein Auftritt Albaneses, die „wiederholt Hass gegen Israel gezeigt und die Rolle der Hamas als terroristische Organisation verharmlost hat, nicht in Frage“, so Wegner weiter. Er erwarte, dass die FU ein klares Zeichen gegen Antisemitismus setze.

epd/tok