Zuerst das Salz, dann die Nudeln: „Ein bisschen Schmackes muss schon sein“, sagt Franziska Giffey, Berlins Wirtschaftssenatorin (SPD), als sie das kochende Wasser salzt, bevor der Regierende Bürgermeister Kai Wegner (CDU) die Nudeln hineingibt. Dann Deckel drauf und sorglos zurücklehnen, denn durch das intelligente Kochfeld sollte nichts überlaufen. „Gekocht haben wir noch nie zusammen“, meint die SPD-Politikerin schmunzelnd.

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Wie bereits im vergangenen Jahr haben Wegner und Giffey die Messe „Innovation für alle“ (IFA) – früher Internationale Funkausstellung – am Freitag eröffnet. Dieses Jahr jedoch nicht gemeinsam mit dem Bundeskanzler, sondern mit dem Koordinator der Bundesregierung für maritime Wirtschaft und Tourismus, Christoph Ploß (CDU). Dieser hatte eine Ansage im Gepäck, die auch eine gute Nachricht für den Messestandort Berlin ist.

Wegner: IFA soll bis mindestens 2034 in Berlin bleiben
„Die IFA und Berlin gehören zusammen“, erklärte Wegner zu Beginn des traditionellen Rundgangs durch die Messehallen. Die IFA bezeichnete er als „Leitmesse“, die mit der Hauptstadt viele Gemeinsamkeiten teile: „Beide erfinden sich immer wieder neu.“
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Am Abend zuvor hat der Regierende Bürgermeister bei der Eröffnungsgala angekündigt, dass die Technikmesse bis mindestens 2034 in Berlin bleiben soll. „Damit bleibt zusammen, was zusammen gehört“, sagte Wegner (CDU) auf der Veranstaltung. „Berlin ist auch durch die IFA zu einem der attraktivsten Standorte für die Digital- und Unterhaltungswirtschaft in Europa geworden.“
„Die IFA gehört zu Berlin wie der Fernsehturm und die Gedächtniskirche“, bekräftigte auch Franziska Giffey. Die Messe sei zudem wichtig für den Wirtschafts- und Innovationsstandort Berlin. „Wir erwarten eine riesige Besucherzahl“, so die Wirtschaftssenatorin. Davon profitiere auch etwa die Hotelbranche in der Stadt.
Wie Tourismusbeauftragter der Bundesregierung Christoph Ploß mehr Messebesucher anlocken will
In Zukunft könnten es möglicherweise noch mehr werden: „Wir wollen den Messestandort Deutschland stärken“, kündigte Bundesregierungsvertreter Christoph Ploß an. Reisen aus anderen Ländern nach Deutschland sollen vereinfacht werden, etwa durch einfachere, digitale Visaverfahren. Das würde auch der Messestadt Berlin zugute kommen.
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Weiterhin kündigte Ploß an, die Bundesregierung wolle „stärker als vorher“ in Künstliche Intelligenz und Robotik investieren – die beiden Bereiche machen einen Schwerpunkt der diesjährigen IFA aus und seien eine „Antwort auf den Fachkräftemangel und den demografischen Wandel“. Von den Investitionen erhoffe man sich die Schaffung neuer Arbeitsplätze und die Entstehung neuer Unternehmen. Deutschland solle ein Land werden, aus dem Innovation kommt.
IFA: Intelligenter Grill, autonomer Fenster-Reinigungsroboter und KI-Kopfhörer
Davon, wie diese im Haushaltsbereich aussieht, konnte sich die Politiker-Delegation während des Eröffnungsrundgangs ein Bild machen. An einem Kaffeevollautomaten des Ausstellers JURA Elektrogeräte Vertriebs-GmbH durfte Kai Wegner einen Espresso für Ploß zubereiten. „Kai, das hast du fantastisch gemacht“, lobte er seinen Parteikollegen. Das Besondere: Die Maschine beherrscht laut Herstellerangaben fünf verschiedene Brühprozesse und verfügt über einen Kaffee-Timer, Koffeinregler, Milch- und Qualitäts-Assistenten.

Beim Stand von Miele durften Wegner, Giffey und Ploß über einen intelligenten Grill staunen, dessen Temperatur mit der App gesteuert werden kann. Er ist Teil eines Outdoor-Cooking-Sets, das der Hausgerätehersteller erstmals präsentierte.
Die Firma Kärcher stellte ihren neuen Fenster-Reinigungsroboter vor, der autonom die Reinigung vornimmt. Wie der Hersteller beschreibt, erkennen intelligente Multifunktionssensoren die Kanten von rahmenlosen Fenstern. Das Erfassen von Hindernissen spielte auch bei Staubsaugrobotern anderer Marken eine wichtige Rolle: Auf einem großen Billardtisch touchierten die runden Reinigungsgeräte die dort liegenden Bälle nicht.
Neben Küchentechnologien spielt bei der IFA allerdings auch Unterhaltungstechnik eine Rolle. Hamas erster KI-fähiger Kopfhörer brachte Kai Wegner sogar zum Tanzen. „Die App nutzt künstliche Intelligenz, um Klangprofile individuell anzupassen und sorgt für ein personalisiertes und immersives Sounderlebnis“, heißt es in der Produktbeschreibung des Unternehmens.
IFA-Unterhaltungsprogramm: Ikkimel und Jan Böhmermann
Insgesamt rund 1900 Austeller aus 139 Ländern zeigen bis einschließlich Dienstag ihre neuesten Produkte in den Bereichen Home Entertainment, Home Appliances, Smart Home, Gaming, Fitness und Digital Health. Neben den ausgestellten Technologien dürfte auch das üppige Unterhaltungsprogramm viele Besucherinnen und Besucher anziehen.
Am Donnerstag standen bereits die Deutschrock-Sängerin Deine Cousine, Evil Jared und Krogi sowie Sorvina, Danilo Timm und Anne West auf der Bühne des IFA-Sommergartens. Am Sonnabend, 5. September, soll die Rapperin Ikkimel zusammen mit Gästen auftreten, am Sonntag sind Jan Böhmermann und Olli Schulz mit ihrem Podcast „Fest & Flauschig“ angekündigt. Das geplante Konzert von Max Herre und Joy Denalane am Freitag entfällt, da Herre aus gesundheitlichen Gründen alle seine Konzerte bis Ende des Jahres abgesagt hat.
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Die Tickets für die Konzerte und Shows beinhalten jeweils auch den IFA-Eintritt an einem beliebigen Tag. Die Tagestickets kosten 19,50 Euro, ermäßigt 12 Euro, Kinder bis 15 Jahren haben freien Eintritt. Die Öffnungszeiten sind von 10 bis 18 Uhr, am Eröffnungstag ab 12 Uhr.
Zusätzlich öffnen am Sonntag viele Malls und Einkaufszentren ihre Türen. Darüber hinaus haben mehrere Supermärkte und Discounter geöffnet.
Mit dpa








