In schwarzen T-Shirts mit der Aufschrift „Polizei“ sollen zwei Männer im März einen Getränkemarkt in Moabit überfallen haben. Knapp fünf Monate später legte einer der beiden Täter vor dem Berliner Landgericht ein Geständnis ab. Sein Komplize habe ihn gezwungen mitzumachen, um alte Schulden zu begleichen, sagte der 22-Jährige zum Prozessauftakt. Nach dem Überfall sei er von einem Zeugen festgehalten worden. Dabei habe er zwar ein Messer gezogen, jedoch nicht gezielt eingesetzt.

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Die Staatsanwaltschaft wirft ihm schweren Raub, Körperverletzung und Amtsanmaßung vor. Am 28. März sollen die beiden Täter den Markt betreten, sich als Polizeibeamte ausgegeben und eine angebliche Steuerprüfung angekündigt haben. In dieser Verkleidung hätten sie das Büro des Geschäftsführers erreicht. Der noch flüchtige Komplize sei mit einer Pistole bewaffnet gewesen. Geschäftsführer und Mitarbeiterin seien gefesselt worden.

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Mit dem Schlüssel des 60-jährigen Mannes sollen die Täter 100.000 bis 130.000 Euro aus dem Tresor entwendet haben. Die Opfer hätten sich allerdings befreien und um Hilfe rufen können. Ein Zeuge habe die Verfolgung aufgenommen. Der Mittäter des 22-Jährigen sei auf einem Motorroller geflohen – ohne Beute. Diese hatte der 22-Jährige dabei, der sein Kleinkraftrad nicht gestartet bekam, heißt es in der Anklage. Im Gerangel mit dem Verfolger soll der 22-Jährige diesen geschlagen und ein Klappmesser gezogen haben.

Der Angeklagte sagte, der Mittäter habe die Pistole, Kleidung und Klebeband mitgebracht. „Bei dem Überfall sagte er mir, was ich machen sollte, ich habe gezittert“, schilderte der 22-Jährige. Vor etwa zwei Jahren sei er bei dem Komplizen eingebrochen und habe Kokain gestohlen. „Er verlangte deshalb 18.000 Euro von mir, er setzte mich unter Druck.“

Der 22-Jährige, der damals als Reinigungskraft tätig war, wurde am Tattag festgenommen und befindet sich seitdem in Untersuchungshaft. Der Prozess wird am 11. September fortgesetzt.

bm/dpa