Erstmals ist an der Charité Berlin eine Niere mithilfe eines OP-Roboters transplantiert worden. Dabei wurde die Niere minimalinvasiv verpflanzt, auch als Schlüssellochtechnik bekannt. Das ist ebenfalls neu. Bislang sei es üblich gewesen, so die Charité in einer Mitteilung, die Niere minimalinvasiv beim Spender zu entnehmen. Beim Empfänger sei jedoch ein großer Schnitt nötig gewesen. Zuerst hatte die „BZ“ berichtet.

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Nun sei es gelungen, die Niere auch minimalinvasiv und robotergestützt einzusetzen. Dadurch habe der Patient weniger Schmerzen, geringere Komplikationsraten und schnellere Erholung. Im vorliegenden Fall sei die Niere von der Ehefrau des Patienten gespendet worden und habe nach der Transplantation auch sofort ihre Funktion aufgenommen. Spenderin und Empfänger seien wohlauf und hätten die Klinik bereits nach kurzer Zeit verlassen können. Das Ganze sei ein Novum, das bislang nur in wenigen europäischen Zentren überhaupt möglich sei.

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Bei der Operation kommen über eine Konsole feinste Instrumente und eine Kamera zum Einsatz, die durch wenige kleine Hautschnitte in den Bauch eingeführt werden. Dabei werde der Raum und die Gefäß für die neue Niere freigelegt. Dann werde die Spenderniere über einen kleinen Schnitt ins Becken gebracht, die Gefäßverbindungen hergestellt und schließlich der Harnleiter mit der Blase verbunden.

„Für uns ist das ein Quantensprung“

Charite in Berlin
Das Gebäude der Charité. © Jens Kalaene/dpa | Jens Kalaene

Die Charité betont, dass der Roboter nicht selbstständig operiere, der Mensch behalte jederzeit die Kontrolle. Ein erfahrener Chirurg kontrolliere den Roboter über eine Steuerkonsole. Die Kombination aus menschlichem Wissen und technischer Präzision mache Eingriffe möglich, die bisher nicht umsetzbar gewesen seien.

„Wir können damit eine Niere sehr schonend entnehmen und diese ebenfalls ohne großen Schnitt dem Empfänger einsetzen“, erklärt Johann Pratschke, Direktor der Chirurgischen Klinik der Charité. „In diesem Fall konnte die Spenderin bereits nach sieben Tagen und der Empfänger nach zehn Tagen aus dem Krankenhaus entlassen werden.“ Er ergänzt: Wir sind froh, dass diese Technik nun auch in der Nierentransplantation Einzug gehalten hat – für uns ist das ein Quantensprung.“

In Deutschland warten derzeit mehr als 6000 Menschen auf eine Spenderniere.

alu