Nach der Einigung im US-Zollkonflikt erwarten Berliner Unternehmen spürbare Konsequenzen. Laut einer Umfrage der IHK Berlin erleben gut zwei Drittel der befragten Unternehmen negative geschäftliche Auswirkungen, jeder siebente Betrieb berichtet sogar von erheblichen negativen Auswirkungen. Dazu zählen Auftragsrückgänge und Umsatzeinbußen. Teilweise gehe es aber auch um eine verzögerte Auftragsvergabe durch Kunden aufgrund der gestiegener Unsicherheit.

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Die Misere zeigt sich auch in der Handelsbilanz: Nach Zahlen der IHK ist der Warenaustausch mit den USA im ersten Halbjahr 2025 um rund zwölf Prozent gesunken. Im vergangenen Monat haben sich EU und USA darauf geeinigt, dass für EU-Waren künftig ein Basiszoll von 15 Prozent gilt.

„Die Umfrageergebnisse zeigen deutlich, wie stark die US-Zollpolitik die Berliner Wirtschaft belastet“, betont Manja Schreiner, Hauptgeschäftsführerin IHK Berlin. Die Einigung habe in der Wirtschaft keine wirkliche Erleichterung geschaffen. Der Umfrage zufolge bewerten nur 17 Prozent der Unternehmen die Vereinbarung zwischen den USA und der EU positiv. Bei weiteren Verhandlungen müsse dringend nachgebessert werden, fordert Schreiner.

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Fast jedes dritte Unternehmen gibt an, weniger Handel mit den USA treiben zu wollen. Als größte Belastung nennen gut 40 Prozent der befragten Unternehmen die entstandene handelspolitische Unsicherheit verbunden mit der Sorge vor neuen Zöllen. Der künftige US-Basiszollsatz sowie die Instabilität der Finanzmärkte mit einem aus Sicht der hiesigen Unternehmen ungünstigeren Euro-Dollar-Wechselkurs sind laut IHK weitere Belastungsfaktoren.

Zollstreit beeinflusst Investitionsentscheidungen

Sigrid Bachert, Geschäftsführerin des Berliner Getränkeherstellers Thomas Henry, befürchtet Nachteile für ihre Geschäfte. „Als Berliner Unternehmen mit hohen Wachstumszielen im Ausland, speziell in den USA, spüren wir die Auswirkungen der sich ständig ändernden US-Handelspolitik sehr deutlich“, teilte sie mit. „Die Unsicherheiten bei Zöllen und Handelsabkommen erschweren nicht nur unser laufendes Business, sondern beeinflussen auch langfristige Investitionsentscheidungen“, betonte die Unternehmerin.

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Einige Unternehmen wollen sich nun neu orientieren. Fast die Hälfte der befragten Betriebe geben an, sich nun verstärkt auf den EU-Binnenmarkt zu konzentrieren. Auch die Schweiz, Norwegen und die Türkei werden für viele Firmen nun wichtiger. Unter den außereuropäischen Märkten wird mit Abstand Asien als künftig wichtiger werdende Geschäftsregion genannt.