Der Vorwurf wiegt schwer: Die ehemaligen Soldaten Robby B. (35) und Benjamin Kr. (31) sollen vor rund vier Jahren einen Kameraden vergewaltigt haben, ein weiterer Angeklagter, Tino Ka., soll nicht eingegriffen und den Geschädigten darüber hinaus verletzt haben. Am Dienstag begann der Prozess gegen die drei Männer vor dem Berliner Landgericht, der jedoch nicht lange währte.

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Konkret wird den beiden Angeklagten B. und Kr. vorgeworfen, in ihrer Bundeswehrzeit zwischen Februar und Mai 2021 in der Julius-Leber-Kaserne in Reinickendorf einen Kameraden misshandelt und vergewaltigt zu haben. Neben den beiden Ex-Soldaten, die heute nach eigenen Angaben als Berufskraftfahrer bzw. Bauarbeiter arbeiten, soll eine weitere Person an der Tat beteiligt gewesen sein – damals 18 Jahre alt. Zu dem Mann soll allerdings kein Kontakt bestehen, laut dem Vorsitzenden Richter hält er sich womöglich in Polen auf. Der Prozess gegen ihn wird separat geführt.

Haftbefehl gegen nicht erschienenen Angeklagten

Die Abwesenheit des gesondert Verfolgten war dem Gericht vorab bekannt. Überraschend für die Prozessbeteiligten war hingegen, dass der weitere Angeklagte Tino Ka. am Dienstag nicht erschien. „Die Gründe dafür sind nicht bekannt“, so der Richter. Ka. wird unterlassene Hilfeleistung vorgeworfen. Zudem soll er sich mit fünf weiteren Personen, die ebenfalls gesondert verfolgt werden, auf den von Missbrauch betroffenen Kameraden geworfen haben, wodurch dieser für mehrere Sekunden keine Luft mehr bekam. Der wiederum war am Dienstag als Zeuge geladen.

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Die Staatsanwaltschaft beantragte Haftbefehl gegen Ka. Nach rund zwei Stunden wurde die Sitzung unterbrochen, um den Prozess gegen die drei Angeklagten zu einem späteren Zeitpunkt gemeinsam führen zu können. Der nächste Verhandlungstag ist für den 26. August angesetzt. Dann soll auch die Anklage verlesen werden.