Bei den Berliner Grünen verdichten sich die Hinweise, dass die Partei mit Bettina Jarasch und Werner Graf als Spitzenduo in die Abgeordnetenhauswahl 2026 ziehen könnte. Wie der „Tagesspiegel“ berichtete, hat die frühere Bundesfamilienministerin Lisa Paus dem Berliner Landesvorstand schriftlich mitgeteilt, nicht für eine Spitzenkandidatur zur Verfügung zu stehen.
Lisa Paus: Nein zum Abgeordnetenhaus, Grünen-Politikerin sieht sich im Bundestag
Paus betonte demnach, sie sehe ihre Aufgabe weiterhin im Bundestag, insbesondere in ihrer Rolle als amtierende Vorsitzende des Haushaltsausschusses. Auch der als möglich gehandelte Kandidat Ex-Finanzsenator Daniel Wesener hatte in der vergangenen Woche seine Absage erteilt.
Laut „Tagesspiegel“ dürften Weseners und Paus‘ Entscheidungen die parteiintern favorisierte Lösung stärken: das Spitzenduo aus den Fraktionsvorsitzenden Jarasch und Graf. Zwei weitere Namen werden parteiintern gehandelt: Antje Kapek aus dem linken Flügel und die Reala Silke Gebel. Beide haben sich noch nicht geäußert. Über deren Schweigen wird spekuliert, dass es taktisch motiviert sein könnte, um sich gute Listenplätze oder Direktmandate zu sichern.
Werden Fraktionsvorsitzende Jarasch und Graf das Spitzenduo fürs Abgeordnetenhaus?
Zugleich diskutieren die Grünen über die Frage, wer für die Partei als Bürgermeisterkandidat oder -kandidatin ins Rennen gehen könnte. Jarasch hat Regierungserfahrung, ein mediales Profil und den bisherigen Wahlkampfeinsatz auf der Haben-Seite. Graf könnte nach zwei Jahrzehnten mit Realo-Kandidatinnen den linken Flügel der Partei repräsentieren. Er ist jedoch weniger bekannt als Jarasch.
Abgeordnetenhaus in Berlin: Zusammensetzung 2016 und 2021
| Fraktion | Sitze 2016 | Sitze 2021 |
| SPD | 38 | 36 |
| CDU | 31 | 30 |
| Linke | 27 | 24 |
| Grüne | 27 | 32 |
| AfD | 25 | 13 |
| FDP | 12 | 12 |
| Fraktionslose | - | 4 |
Dem „Tagesspiegel“ zufolge mehren sich die Stimmen, die eine Mitgliederbefragung zur Kandidatenauswahl befürworten. Dafür hatte sich bereits zuletzt der Kreisverband Mitte eingesetzt. Eine Entscheidung über Personal und das Verfahren könnte schon vor den Sommerferien fallen.



