Mehr als 2000 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus den Berliner Hochschulen und Forschungsinstitutionen haben einen offenen Brief unterzeichnet, in dem sie vor den geplanten Kürzungen im Rahmen der Nachverhandlungen zu den Hochschulverträgen warnen. Die Nachverhandlungen zu den Verträgen zwischen den Hochschulleitungen und der Senatsverwaltung für Wissenschaft laufen bis zum 14. Juli. Welche finanziellen Kürzungen in diesem und in den kommenden Jahren auf die Berliner Hochschulen zukommen, wird an diesem Tag entschieden.
Budget soll um 142 Millionen Euro schrumpfen
„Der Berliner Senat hat beschlossen, die noch 2024 ausgehandelten Hochschulverträge einseitig zu ändern und eine Neuverhandlung der Hochschulfinanzierung zu erzwingen“, heißt es in dem Brief. 142 Millionen Euro und damit zehn Prozent des Budgets der Berliner Hochschulen, sollen demnach noch dieses Jahr gekürzt werden; zudem sollen die Kürzungen strukturell und damit dauerhaft fortgesetzt werden.
„Dieser Vertragsbruch wird bleibende Schäden in der Berliner Wissenschaft hinterlassen“, warnen die Verfasser. Die Kürzungen hätten nicht nur das Aus für wichtige Forschungen und Studiengänge zur Folge, sondern würden zu einer Streichung von über 20.000 Studienplätzen führen. Ebenso würden damit dringend notwendige Bauprojekte und überfällige Entlastungen der Hochschulverwaltungen unmöglich.
Kundgebung vor Amtssitz der Wissenschaftssenatorin
Die Berliner Wissenschaft bringe zudem in großem Umfang Bundesmittel in die Stadt, bilde Fachkräfte für Wirtschaft und öffentliche Verwaltung sowie dringend benötigte Lehrkräfte für die Berliner Schulen aus. Zu den Unterzeichnern des offenen Briefes zählt auch Thomas Rixen, Professor für Politische Ökonomie an der Freien Universität Berlin. „Der offene Brief macht klar: Wer an der Wissenschaft spart, spart an der Zukunft. Wir stellen uns daher entschieden gegen die Kürzungen des Berliner Senats“, so Rixen.
Der offene Brief soll am 14. Juli 2025 im Rahmen einer öffentlichen Kundgebung vor der Senatsverwaltung für Wissenschaft an Wissenschaftssenatorin Ina Czyborra (SPD) übergeben werden.


