Frauen, die von ihrem Partner oder Ex-Partner bedrängt, bedroht oder körperlich attackiert werden, haben nun einen neuen Anlaufpunkt im Osten Berlins. Am Freitag eröffneten Berlins Sozialsenatorin Cansel Kiziltepe (SPD) gemeinsam mit der pensionierten Richterin Elke Büdenbender eine Fachberatungsstelle gegen häusliche Gewalt in Hellersdorf. Die Räume des Frauen*zentrums Matilde e. V. liegen an der Janusz-Korczak-Straße in der Hellen Mitte.

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„Marzahn-Hellersdorf ist leider ein Bezirk, wo überdurchschnittlich viele Frauen in Gewalt erfahren“, sagte die Kiziltepe. Betroffene können sich direkt oder telefonisch an die Beraterinnen und Berater wenden. Auch bei digitaler Gewalt, einem zunehmenden Problem, bietet die Stelle Hilfe an. „Wir alle setzen uns dafür ein, dass die Strukturen für die Unterstützung von Frauen in Berlin gefestigt, aber auch erweitert werden“, so die Senatorin weiter.

Häusliche Gewalt: Auch Cybermobbing kann belastend sein

Gewalt gegen Frauen hat im vergangenen Jahr erneut zugenommen. Die Berliner Polizei erfasste 2024 insgesamt 40.955 weibliche Opfer von Gewaltdelikten – also Körperverletzung, Nötigung, Freiheitsberaubung oder Bedrohung. 2023 waren es noch 39.616. Bei einem wesentlichen Teil davon bestand zwischen Opfer und Täter eine innerfamiliäre oder partnerschaftliche Beziehung oder Vorbeziehung: 13.726.

Wer im Internet etwa Cybermobbing ausgesetzt zu sein, fühle sich an „wie ein Gefängnis, dem man nicht entfliehen kann“, sagte Elke Büdenbender, Frau von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier. Es entstehe ein psychischer Druck, der auch körperliche Folgen haben könne. Einige Betroffene hätten auch Angst davor, sich an die Polizei zu wenden. „Da ist es besser hierher zu gehen, wo Frauen das aufnehmen und einordnen.“ Büdenbender war zuletzt von 2000 bis 2017 und wieder ab 2022 Richterin am Berliner Verwaltungsgericht. Vor allem beim Zuwanderungsrecht habe es selbst Situationen erlebt, „wo es einem schon auf die Seele fällt, was die Menschen erlebt haben.“ Im Juni trat sie in den Ruhestand.

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Die Fachberatungsstelle in Hellersdorf ist die siebte ihrer Art in Berlin. Außerdem gibt es Hilfe auch am Telefon oder online – etwa bei der Berliner Initiative gegen Gewalt an Frauen (BIG). Bei akuten Notsituationen gibt es in Berlin acht Frauenhäuser und eine Clearingstelle mit knapp 500 Plätzen auch für Kinder.

Höhere Zahlen bei häuslicher Gewalt können auch auf stärkere Anzeigenbereitschaft hindeuten

Der Anstieg der Zahlen bei der häuslichen Gewalt wird von Expertinnen und Experten nicht zwangsläufig negativ gewertet. Es kann auch auf eine höhere Anzeigenbereitschaft und ein wachsendes Unrechtsbewusstsein in der Gesellschaft hindeuten. Das Dunkelfeld in diesem Bereich wird als sehr hoch eingeschätzt.