Wer schön sein will, muß schwitzen. Das gilt nicht nur für die oberen Business-Etagen der Hauptstadt, sondern auch für manche Fashionistas der Berlin Fashion Week, die sich in der brütenden Hitze aufs gesellschaftliche Parkett wagen. Denn auf der Fashion Week will natürlich in erster Linie jeder erst einmal gut aussehen oder die eigenen Modelle spazierentragen. Erst dann fragen sich echte Mode-Enthusiasten: Ist das eigentlich den Temperaturen angemessen? Werde ich darin schwitzen oder gar leiden?

Modische Kopfbedeckungen

Elodie Carstensen trägt bei Hitze eine Eigenkreation: Einen wagenradgroßen Hut mit Straußenfedern, der an Seegras erinnern soll.
Elodie von hinten
Elodie Carstensen trägt bei Hitze eine Eigenkreation: Einen wagenradgroßen Hut mit Straußenfedern, der an Seegras erinnern soll. Bild: © BM - Iris May

Was liegt näher als sich mit einer modischen Kopfbedeckung vor der Hitze zu schützen? Designerin Esther Perbandt verzichtet auf ein Sakko, greift aber auch im Sommer zum schwarzen Panama-Hut, der schon fast so etwas wie ihr Markenzeichen geworden ist. Nachwuchsdesignerin Elodie Carstensen trägt ein sommerliches Bastmodell im Belle Epoque-Stil, das an das Seegras der Ostsee erinnern soll. „Meine Großmutter lebt dort und ich besuche sie oft in ihrem Garten“, verriet Carstensen.

Cooler Style als Hitzeschild

Designer Fashion Week
Vier Fashionistas: v. li. Eniafe Momodu, Ezreen Benissan, Irene Ojo-Felix und Ola Ebiti bleiben ihrem coolen Style treu, egal wie heiß.© BM | Jeremy Moeller

Eniafe Momodu, Ezreen Benissan, Irene Ojo-Felix und Ola Ebiti waren alle vier beim Fashion Dinner im Grill Royal. Der in London geborene Stylist Eniafe Momodu repräsentiert die modische Gen Z aus Nigeria. Irene Ojo-Felix besitzt die Modelagentur Solacasting und Ola Ebiti ist Stylist aus London. Ezreen Benissan schreibt für die „Vogue Business“, „Vogue Runway“ und „ELLE“UK. Was die vier gemeinsam haben: einen coolen Style, der auch bei hohen Temperaturen nicht auf Lederjacke und Langarm-Oberteile verzichten möchte.

Allessandro Benvenuti
Allesandro Benvenuti, Stylist beim Magazin "GQ Italia", mit Out-of-Bed-Hairstyle, Spitzenschal, Nadelstreifen-Sakko und Nelke.© BM | Jeremy Moeller

Eine Einstellung, die auch der New Yorker Strickdesign-Spezialist Edward Buchanan und Modedesigner William Fan mit ihnen gemeinsam haben. Berlins angesagter Unisex-Modedesigner William Fan wurde zumindest noch nie im Tanktop oder in kurzen Hosen gesehen. Die Temperaturen sind zweitrangig, das Design hat Priorität.

Edward Buchanan und William Fan
Der New Yorker Strickdesign-Spezialist Edward Buchanan und Modedesigner William Fan entschieden sich beim Fashion Dinner für langarmige Oberteile.© BM | Jeremy Moeller

Kreativ-Mode gegen die Hitze

Jung-Designer Mario Keine, Gründer der Brand "Marke", wappnete sich mit stilvollem Schweißband und Leinenblazer gegen die Hitze.
Jung-Designer Mario Keine, Gründer der Brand "Marke", wappnete sich mit stilvollem Schweißband und Leinenblazer gegen die Hitze.© BM | Jeremy Moeller

Der Designer Mario Keine, Gründer der Brand „Marke“ kam mit dezentem Schweißband und Motto-Shirt zum Fashion Dinner: „Joy is a form of Resistance“, ein klares Bekenntnis zum Hedonismus. Seine neue Kollektion „Zapfenstreich“ hat er auf der Berlin Fashion Week im Kulturforum präsentiert. Die Kollektion ist inspiriert von den ländlichen Schützenfesten, mit denen der Designer im Sauerland aufwuchs.

Kasia Kucharska
Bekam einen Förderpreis von Vogue Deutschland: Kasia Kucharska kam in einem luftigen Kurzarm-Jumpsuit zum Opening Dinner der Fashion Week.© BM | Jeremy Moeller

Kasia Kucharska hat ihr Studium an der Universität der Künste (UdK) 2019 abgeschlossen. Seitdem konnte ihre Mode immer wieder mit originellen Designs und innovativen Produktionsmethoden punkten. 2024 erhielt sie im Kronprinzenpalais den Förderpreis vom Fashion Council Germany (FCG) und der deutschen Ausgabe des Modemagazins „Vogue“.

Lian Brade
Handtasche und Fächer sind farblich abgestimmt: Jung-Designerin Lian Brade bei der Preview der Ausstellung des Berliner Salons vor der Newton Stiftung. © BM | Iris May