Kam es bei Veranstaltungen der AG „MedIslam Collective“ an der Berliner Charité zu einer Trennung von Männern und Frauen? Dieser Vorwurf kam Ende Juni auf. Die Universitätsleitung reagierte daraufhin und stellte der Gruppe keine Räume mehr zur Verfügung. Die Durchführung von Aktivitäten und Veranstaltungen des „MedIslam Collective“ in den Räumlichkeiten der Charité seien untersagt, teilte ein Sprecher mit. Hintergrund sei die Sicherstellung eines diskriminierungsfreien, integrativen und wertebasierten Hochschulraums.

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Medienberichten zufolge war es bei mindestens zwei Veranstaltungen der muslimischen Studentengruppe „MedIslam Collective“ zur Geschlechtertrennung gekommen. Fotos, auf denen männliche und weibliche Studierende in einem Hörsaal getrennt sitzen, sollen das belegen. Auch Veranstaltungen nur für Männer oder nur für Frauen sollen stattgefunden haben. Die genauen Hintergründe sind unklar.
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Geschlechtertrennung? Gruppe betont: Keine Sitzordnung bei Veranstaltungen
Nun, etwa zwei Wochen nach Aufkommen der Vorwürfe, äußert sich die Gruppe erstmals selbst und betont, es gebe keine Sitzordnung bei ihren Veranstaltungen. „Die Verteilung unserer Teilnehmenden im Raum ergibt sich immer spontan und spiegelt den selbstbestimmten Umgang unserer Teilnehmenden mit ihrem eigenen Wohlbefinden wider“, heißt es in einer schriftlichen Stellungnahme. „Als Veranstaltende respektieren wir die Wünsche unserer Teilnehmer*innen, aus Überzeugung und im Sinne einer diskriminierungssensiblen und gemeinschaftlichen Atmosphäre.“
Auf den Vorwurf, Veranstaltungen nur für ein Geschlecht zu organisieren, geht die Gruppe nicht ein. Sie spricht dagegen von „öffentlicher Diffamierungen“ – unter anderem, weil die Behauptungen über sie ungeprüft medial verbreitet worden seien. Tatsache ist aber: Auf eine Anfrage der Deutschen Presse-Agentur nach Bekanntwerden der Vorwürfe äußerte sich das „MedIslam Collective“ damals nicht.
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Hassmails an Gruppenmitglieder – Zu wenig Schutz durch die Charité?
Infolge der Berichterstattung wären die über 400 Mitglieder der Gruppe „Hassmails, Drohungen und digitaler Hetze“ ausgesetzt gewesen, heißt es weiter. Die Universität habe dabei „tatenlos zugesehen“.
Die Charité betonte nach Bekanntwerden der Vorwürfe, dass es sich um keine offizielle Lehrveranstaltung im Rahmen der Ausbildung von Medizinerinnen und Medizinern gehandelt habe. Auf dem Instagram-Kanal der Gruppe seien selbstorganisierte Veranstaltungen zu sehen gewesen, für die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt wurden. Dem Sprecher zufolge will die Charité die Aktivitäten der Gruppe inhaltlich und rechtlich prüfen. Der Vorstand behalte sich weitere Maßnahmen vor und stehe mit der Studierendenvertretung im Austausch.
bm






