Eine Schießerei am Kreuzberger Mehringplatz vor knapp sechs Wochen führte am Donnerstagmorgen erneut zu einem größeren Polizeieinsatz. Im Auftrag der Berliner Staatsanwaltschaft wurden ab sechs Uhr vier Objekte durchsucht. Die Beamtinnen und Beamten haben laut Michael Petzold, Sprecher der Staatsanwaltschaft, die Schusswaffe sowie ein Messer gesucht.

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Konkret geht es um eine Auseinandersetzung am 1. Mai 2025, die jedoch nichts mit dem Feiertag oder den Demonstrationen zum Tag der Arbeit zu tun hatte. „Es war eine Auseinandersetzung zwischen zwei Gruppen“, so Petzold weiter. Der Vorfall ereignete sich gegen 20 Uhr. Durch die Kugeln sowie ein Messer wurden mehrere Personen teils schwer verletzt. Zwei Menschen mussten ins Krankenhaus.
Ermittler gehen nicht von Tötungsabsicht aus
Zuvor soll es einen Streit zwischen den Gruppen gegeben haben. „Es soll aus einem Fahrzeug heraus auf den Bereich der Beine geschossen worden sein.“ Da keine Tötungsabsicht angenommen werde, laute der Tatvorwurf gefährliche Körperverletzung.

Die Polizei war laut des Sprechers unter anderem mit einem Spezialeinsatzkommando an den Wohnanschriften von drei Beschuldigten im Einsatz: bei einem 48-Jährigen an der Lindenstraße (Kreuzberg), bei einem 27-Jährigen an der Karl-Marx-Straße und bei einem 22-Jährigen an der Johannisthaler Chaussee (beides Neukölln). Auch bei einem Zeugen am Mehringplatz selbst sei durchsucht worden.
Der Einsatz „diente dem Auffinden der Waffen und der Aufklärung, war, wann und wie geschossen hat“, sagte Petzold. Man habe allerdings weder Messer noch Schusswaffen gefunden, dafür aber Mobiltelefone und elektronische Speichermedien sichergestellt.
Einer der drei Tatverdächtigen hinterließ Fingerabdrücke am Tatort
Zwei der drei Tatverdächtigen habe man über das Nummernschild eines Mietwagens, einem schwarzen Audi A8, ausfindig machen können. Der dritte habe Fingerabdrücke hinterlassen, die offenbar bereits im System der Berliner Polizei hinterlegt waren. „Festnahmen gab es keine“, sagte der Sprecher. Zu den Hintergründen der Tat lägen bislang keine Erkenntnisse vor.
Die jüngsten Polizeimaßnahmen sind offenbar auch Ergebnis einer Öffentlichkeitsfahndung. Am 15. Mai bat die Polizei mit einem Zeugenaufruf um Hinweise.
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Der Mehringplatz – einst ein gründerzeitlicher Schmuckplatz am südlichen Ende der Friedrichstraße – gilt bereits länger als sozialer Brennpunkt. Immer wieder gibt es Gewalt und Massenschlägereien. Teilweise ist bereits von einer „Abwärtsspirale“ des Kiezes die Rede. Drogenabhängige dringen teils bis in die Hausflure der Bauten aus den 1960er-Jahren vor, Rauschgift wird teils offen gehandelt. Jugendliche und junge Erwachsene gingen in der Vergangenheit teils bewaffnet aufeinander los.





