Die Berliner Obdachlosen-Ärztin Jenny De la Torre ist tot. Wie ihre Stiftung bestätigte, starb sie am Dienstag im Alter von 71 Jahren nach langer schwerer Krankheit in Berlin. De la Torre war deutschlandweit für ihr Engagement in der medizinischen Versorgung obdachloser Menschen bekannt.

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Geboren wurde sie 1954 in Nasca, Peru. 1976 kam sie mit einem Stipendium in die DDR, wurde Fachärztin für Kinderchirurgie und promovierte an der Charité. Ab Mitte der 1990er-Jahre behandelte sie am Berliner Ostbahnhof obdachlose Menschen.

Für ihr Engagement wurde De la Torre vielfach ausgezeichnet – unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz (1997) und der „Goldenen Henne“ (2002). Das Preisgeld nutzte sie, um ihre eigene Stiftung zu gründen. Vier Jahre später eröffnete sie in Mitte das Gesundheitszentrum für Obdachlose, ein Ort, an dem medizinische, psychologische, soziale und juristische Hilfe unter einem Dach zusammenkommen. Auch die Berliner Morgenpost würdigte ihren Einsatz: 2006 wurde sie zur „Berlinerin des Jahres“ gekürt.

„Eine wichtige Stimme im Kampf gegen die Obdachlosigkeit“ – Wegner würdigt verstorbene Ärztin

Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner äußerte sich tief bewegt zum Tod der Ärztin :„Berlin trauert um Jenny De la Torre, die sich als Medizinerin mit großem Einsatz für Menschen in Not eingesetzt hat. [...] Mit Jenny De la Torre verliert Berlin eine wichtige Stimme im Kampf gegen die Obdachlosigkeit.“

Die Stiftung kündigte an, das Zentrum und ihre Arbeit in ihrem Sinne fortzuführen.