Rund 100 Polizisten haben am späten Sonntagabend gegen 22.10 Uhr eine mutmaßlich illegale Blockadeaktion am Brunsbütteler Damm in Spandau gestoppt. Laut Polizei hielten die Einsatzkräfte eine Gruppe von knapp 40 Personen auf, die offenbar der Klima- und Umweltaktivistenszene zugeordnet wird. Sie versuchten, die Zufahrten und Ausfahrten einer dort ansässigen Druckerei zu blockieren – einige mit einem Miettransporter, andere kamen aus umliegenden Straßen hinzu. Ein Aktivist sprang auf die Motorhaube eines zivilen Polizeifahrzeugs.

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Zivile und uniformierte Beamte verhinderten das Festkleben auf dem Gehweg und setzten dabei Schiebe- und Drücktechniken, Handfesseln sowie dosierte Schocktechniken ein. Zwei Personen, die offenbar mit dem Transporter fliehen wollten, wurden gestoppt. Auf der Ladefläche stellten die Einsatzkräfte verschiedene Gegenstände sicher, darunter Klebstoffbehälter, Sitzschaummatten, Farbspraydosen, eine Radkralle und Motto-T-Shirts.
Die Beamten nahmen die Beteiligten vorläufig fest. Insgesamt wurden 39 Personen in ihrer Freiheit beschränkt, 34 kamen in Polizeigewahrsam. 14 von ihnen mussten sich einer erkennungsdienstlichen Behandlung unterziehen. Gegen die Beteiligten wurden zahlreiche Ermittlungsverfahren wegen Nötigung, fünf wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte sowie eine wegen Verletzung der Vertraulichkeit des Wortes eingeleitet.
Aktivist:innen der Neuen Generation versuchen die Auslieferung der #Bild-Zeitung durch eine Blockade am Druckhaus Spandau zu verhindern. Polizei aber war sofort zur Stelle und nimmt Menschen in Gewahrsam pic.twitter.com/qTx49sWlSR
— Erik Peter (@retep_kire) June 1, 2025
Blockade gegen „Bild“: Polizei nimmt dutzende Aktivisten der „Neuen Generation“ fest
Bei den Festgenommenen handelt es sich mutmaßlich um Aktivisten der Gruppe „Neue Generation“. Sie sollen versucht haben, mit der Blockade die Auslieferung der „Bild“-Zeitung zu verhindern. Ein Aktivist wurde mit Schwindel und Übelkeit in ein Krankenhaus gebracht, ein weiterer klagte über Kopfschmerzen, lehnte aber eine Behandlung ab.
Zurzeit befinden sich alle festgenommenen Personen in Gewahrsam. Wie die Polizei mitteilt, soll sich am heutigen Montag entscheiden, ob sie wieder entlassen werden und welche kriminalpolizeilichen Folgemaßnahmen noch getroffen werden.
Protestaktionen wurden angekündigt
Die Gruppe „Neue Generation“, Nachfolgerin der Klimaschutzgruppe „Letzte Generation“, hatte am Freitag eine „Widerstandswelle“ in Berlin angekündigt. Schwerpunkt sollten dabei Demonstrationen und Aktionen am Axel-Springer-Hochhaus in Kreuzberg sein. So wolle man friedlich für eine andere Umweltpolitik und mehr Demokratie kämpfen, hieß es.
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Die ursprüngliche Klimaschutzinitiative „Letzte Generation“ war nach einem Hungerstreik in Berlin entstanden und sorgte ab 2022 mit Blockadeaktionen in ganz Deutschland für Aufsehen. Anfang 2024 kündigte die Gruppe einen Strategiewechsel und dann eine Namensänderung an.
BM mit dpa




