Seit Freitag kommt es auf der U-Bahn-Linie U3 zu Einschränkungen – zwischen Wittenbergplatz und Spichernstraße fahren keine Züge. Die Ursache laut Berliner Verkehrsbetriebe (BVG): Bohrarbeiten für Leitungen. Dabei habe sich Putz von der Tunnelwand gelöst, erklärte ein Sprecher der BVG gegenüber der Berliner Morgenpost. Die Standfestigkeit des Tunnels sei nicht beeinträchtigt, meldete die dpa. Auf dem betroffenen Abschnitt wurde ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet, teilte die BVG mit.
U3: Der Streckenabschnitt war schon zuvor eingeschränkt
Das „Schadensereignis“, wie es die BVG ausdrückt, trifft einen Streckenabschnitt, der derzeit sowieso schon von Bauarbeiten und Veränderungen in der Linienführung heimgesucht wird. Eigentlich düst die U3 von Steglitz-Zehlendorf bis zur Warschauer Straße. Doch noch bis zum voraussichtlich 5. Juni sollte sie ohnehin nur noch von der Krummen Lanke bis Nollendorfplatz fahren. Jetzt also die neuerliche Herausforderung, die eine erneute Umstellung für Fahrgäste erforderlich macht.
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Die vielen Baustellen sorgten am Samstagnachmittag am U-Bahnhof Nollendorfplatz für Verwirrung, wie ein Besuch vor Ort zeigte. Über die Anzeige rollte ein Text, der dazu aufforderte, den Ersatzverkehr zu nutzen. Doch am U-Bahnhof suchte man vergeblich nach Aushängen, die zum Ersatzverkehr führen. Auch an der Oberfläche des verwinkelten Bahnhofes war weit und breit kein Ersatzbus zu sehen. Er startet ja auch erst, wie von der BVG online kommuniziert, eine Station weiter, am Wittenbergplatz.
Mit dem Ersatzbus vom Wittenbergplatz bis zur Spichernstraße
Denn vom Nollendorfplatz rollt die U12 zum Wittenbergplatz. Da braucht es also keinen Ersatzbus. Auch am Wittenbergplatz gab es am frühen Samstagnachmittag keine Aushänge, dafür standen an der Oberfläche drei leere Busse als Ersatzverkehr für die U3.

Der Ersatzverkehr führt vorbei am U-Bahnhof Augsburger Straße bis zur Spichernstraße. Ein 68-Jähriger Fahrgast, der aus dem nahen Modelleisenbahnladen an der Augsburger Straße, zugestiegen war, beklagte sich, dass am U-Bahnhof keine Ersatzbushaltestelle eingerichtet war. Auch an der Spichernstraße habe er keine Schilder gesehen, weder am U-Bahnhof unten noch an der Bushaltestelle oben. „Wer sich nicht auskennt, hat keine Chance“, sagt er.
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Zwar gibt es an der Augsburger Straße keine Ersatzbus-Haltestelle – dafür augenscheinlich einen ganz besonderen Service: Man könne die Ersatzbusse heranwinken, erzählte der Fahrgast – wie auch ein Selbsttest der Morgenpost ergab: Ein freundlicher BVG-Fahrer hielt tatsächlich an. So muss es sich anfühlen, in New York ein Taxi zu ordern.

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Jost Sonnenberg war ganz entspannt. Er habe „kein Problem“ gehabt mit dem Ersatzverkehr. Ganz stimmte das nicht, am Nollendorfplatz musste er kurz recherchieren, doch ab dem Wittenbergplatz lief dann alles reibungslos. Er war eilig auf dem Weg zur U-Bahn Richtung Krumme Lanke. Statt aufgestellter Schilder saß am U-Bahnhof ein Mitarbeiter der BVG. Er schickte verirrte Fahrgäste auf die richtige Spur. Wer keine Lust auf Ersatzbus hat, kann mit der U12 auch vom Wittenbergplatz bis Zoologischen Garten fahren und von dort die U9 bis zur Spichernstraße nehmen.
Die Unterbrechung hat eine skurrile Ursache
Skurril: Mit den Bauarbeiten, die auf dem Streckabschnitt für das „Schadensereignis“ sorgten, hat die BVG, laut eigenen Angaben, nichts zu tun gehabt. Deshalb müsse geklärt werden, warum die Arbeiten im Umfeld des U-Bahntunnels der U3 durchgeführt wurden, Absprachen mit der BVG hätten nicht stattgefunden, so ein Sprecher der BVG. Die BVG ist derzeit auf Spurensuche.

Erfahrene U-Bahn-Fahrgäste dürften sich an den Alexanderplatz erinnert fühlen. Vor rund zweieinhalb Jahren wurden Tiefbauarbeiten für den Hochhausturm ALX dafür verantwortlich gemacht, dass der Tunnel der U2 am Alexanderplatz um 3,8 Zentimeter abgerutscht war.
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Für die durchschnittlich 10.000 Menschen, die die U2 täglich am Alexanderplatz nutzen, bedeutete das erhebliche Einschränkungen. Ganz so schlimm wird es auf der U3 hoffentlich nicht werden: Experten, unter anderem Statiker, überprüfen derzeit, wie lange der Tunnel dicht bleiben muss. Die oberste Priorität, so ein Sprecher der BVG gegenüber der Berliner Morgenpost, habe die Sicherheit der Fahrgäste. Er sagte: „Wir beeilen uns, es kann aber noch dauern.“
Verkehr in Berlin: Weitere Einschränkungen am Wochenende
Als ob das alles noch nicht genug ist, gibt es an diesem Wochenende auch noch Probleme bei der S-Bahn: Wegen Bauarbeiten ist die Linie S1 zwischen Schöneberg und Botanischer Garten unterbrochen. Bedeutet: An den Stationen Rathaus Steglitz, Feuerbachstraße und Friedenau fahren keine Züge. Noch bis zum Montag gegen 01:30 Uhr besteht zwischen den Haltestellen ein Ersatzverkehr mit Bussen.
Mit dpa








