Die bei Bauarbeiten in Teltow entdeckte Weltkriegsbombe ist am Mittwoch planmäßig entschärft worden. Von der Evakuierung waren neben Anwohnern der brandenburgischen Stadt auch Menschen aus dem Bezirk Steglitz-Zehlendorf betroffen. Ungefähr 3800 Berliner und 1850 Teltower sollten zwischen 7 und 15:20 Uhr den Sperrkreis verlassen, wie die Stadt Teltow auf ihrer Website mitteilte. 

Die Evakuierungen in Teltow und Berlin waren bereits gegen zehn Uhr morgens weitesgehend abgeschlossen. „Wir liegen besser im Zeitplan als gedacht“, hieß es aus dem Bezirksamt. Im Anschluss dauerte die Bombenentschärfung allerdings mehrere Stunden an. Dem Vernehmen nach gestaltete sie sich schwierig.

150 Polizisten waren auf Berliner Seite im Einsatz, um sicherzustellen, dass alle Menschen ihre Wohnung verlassen. Die Lautsprecherdurchsagen der Einsatzkräfte waren noch in den benachbarten Kiezen zu hören. 62 Mitarbeiter des Deutschen Roten Kreuzes führten bislang in 22 Fahrzeugen Kranken- und Evakuierungstransporte aus, unterstützt von 22 Kräften und vier Wagen der Malteser. In Teltow kontrollierten 50 Verwaltungsbeamte und Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr die Evakuierung.

Bezirksamt Steglitz Zehlendorf plant mit zweiter Anlaufstelle

Die großen Zufahrtsstraßen wie der Ostpreußendamm und die Lichterfelder Allee wurden bereits früh für den Verkehr gesperrt. In Steglitz-Zehlendorf lagen zahlreiche Pflege- und Seniorenheime im Sperrkreis. Viele der Bewohner der betroffenen Großwohnsiedlung der Märkischen Scholle in Lichterfelde sind zudem betagt, teilweise krank und auf Hilfe angewiesen. „Es zeichnet sich ein hoher Andrang ab“, sagte Stefan Haberecht vom Katastrophenschutzamt Steglitz-Zehlendorf am Morgen.

Das Bezirksamt halte aus diesem Grund einen zweiten Anlaufpunkt neben der Carl-Schuhmann-Sporthalle an der Osdorfer Straße bereit gehalten, falls dieser überfüllt sein sollte. Was sich schlussendlich aber nicht bewahrheitete. In Lichterfelde Süd wurden eine Schule und eine Kita geschlossen.

Die Straßen rund um das Bombengebiet werden am Morgen von Polizisten abgesperrt und kontrolliert.
Die Straßen rund um das Bombengebiet werden am Morgen von Polizisten abgesperrt und kontrolliert.© BM | Dennis Meischen

Die Sporthalle füllte sich am Morgen stetig mit vor allem älteren Frauen und Männern, viele davon im Rollstuhl, an Rollatoren und sogar im Krankenbett mit ärztlicher Betreuung. „Na, wollen Sie heute ein bisschen Zeit mit uns verbringen?“, fragte eine DRK-Mitarbeiterin die Neuankömmlinge freundlich, glich die Adressen ab und checkte medizinische Daten und die benötigten Medikamente, während Kräfte des DRK, der Johanniter und der Malteser Bierbänke, Feldbetten, Decken, Stühle und Verpflegung wie Getränke und Snacks in die Halle brachten.

Menschen aus zahlreichen Pflegeheimen sind unter den Evakuierten.
Menschen aus zahlreichen Pflegeheimen sind unter den Evakuierten.© Dennis Meischen | Dennis Meischen

Neben missmutig dreinblickenden Senioren tollten einige mitgebrachte Hunde. „Ich muss hier ein wenig die Zeit totschlagen“, erzählte eine Anwohnerin der Märkischen Scholle trotzdessen gut gelaunt. „Vielleicht kann man sich gegenseitig ein bisschen ablenken und das Beste daraus machen.“

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Die S-Bahn-Linie 25 war zwar nicht unterbrochen, der Halt am S-Bahnhof Lichterfelde-Süd entfiel jedoch in der Zeit der Sperrung. Auch auf der Linie S26 entfiel der Halt laut Berliner Verkehrsinformationszentrale. Zahlreiche Busverbindungen mussten umgeleitet werden. Als Aufenthaltsorte für den Zeitraum der Evakuierung stand den Menschen in Teltow das Bürgerhaus in der Ritterstraße zur Verfügung.