Nach der Revolution folgten wie jedes Jahr die Müllberge: Nach den Demonstrationen und Feierlichkeiten zum 1. Mai in Berlin haben Demonstranten und Partygäste große Menschen an Flaschen, Scherben und Essenverpackungen in Parks und an Straßenrändern hinterlassen. Besonders betroffen waren neben der Route der „Revolutionären 1. Mai-Demo“ durch Kreuzberg und Neukölln der Görlitzer Park, in dem Tausende schon tagsüber einen großen Rave gefeiert hatten, und der Treptower Park. Am Südstern kam mindestens eine mit Graffiti beschmierte Wand dazu.

Auch an der Straßenkreuzung am Südstern in Kreuzberg war die Demonstration am Donnerstagabend in einen Rave übergangen, der sich augenscheinlich später in den nahegelegen Volkspark Hasenheide verlagert hatte. Dies war am nächtlichen Lärm und eben dem Müll ablesbar. Am Donnerstagnachmittag hatte Neuköllns Ordnungsstadtrat Gerrit Kringel (CDU) bereits via Plattform X vermeldet, sein Ordnungsamt habe acht illegale Partys in der Hasenheide verhindert.
Am frühen Morgen danach rückte wie jedes Jahr die Berliner Stadtreinigung (BSR) zum Sondereinsatz aus. Gehwege und Straßenränder Hauptverkehrsstraßen wurde schon gegen sechs Uhr früh von dem Schlimmsten befreit. Im Görlitzer Park rückte die BSR mit einem Spezialfahrzeug an. Während auf den Wiesen zwischen all dem Liegengelassenen die ersten – beziehungsweise letzten – Gäste in der Morgensonne saßen oder noch schliefen, kam bei der BSR eine Art Riesen-Staubsauger zum Einsatz. Damit saugten Mitarbeiter die vorher zusammengekehrten Flaschen- und Müllberge direkt in einen Lkw zum Mülltransport.
Flaschensammler können Müllberge nicht bewältigen

Ihren Müll selbst mitzunehmen, scheint den Berliner Feier-Gästen trotz vieler Appelle nicht möglich. Zudem reichen die vorhandenen Behälter vielerorts nicht aus. Möglich, dass manche der selbsternannten Revolutionären auch glauben, mit ihrem Wohlstandsmüll anderen etwas Gutes zu tun. Etwa dem Proletariat in Gestalt von – natürlich inoffiziellen – Flaschensammlern, von denen in den Parks und an den Straßenrändern am Morgen tatsächlich schon einige unterwegs waren. Was ihn diesem Jahr auffiel: Dem liegengelassenen Müll nach zu urteilen gehörten Sekt, Wein und offenbar auch Champagner zu den bevorzugten Getränken der Raver und Revolutionäre.

Doch zum einen werden die Sammler der Flaschenmengen an Tagen wie dem 1. Mai gar nicht Herr, wie einer von ihnen der Morgenpost sagte. Gerade die Glasflaschen seien für ihn außerdem sehr schwer zu tragen, sagte der ältere Herr, der anonym bleiben wollte. „Und acht Cent Pfand pro Flasche nicht viel Geld.“ Zudem seien in den umliegenden Supermärkten die Rückgabeautomaten schnell überfüllt.
BSR: Deutlich mehr Müll als in vergangenen Jahren
In diesem Jahr waren Angaben der Stadtreinigung insgesamt 121 Mitarbeitende der BSR mit mehr als 50 Fahrzeugen im Einsatz. Wie eine Sprecherin der BSR mitteilte wurden 183 Kubikmeter Abfall gesammelt, 73 Kubikmeter mehr als im Vorjahr. Da waren es „nur“ 110 Kubikmeter. Vielfach handelte es sich um Glas, Flaschen, Leichtverpackungen sowie auch etwas Sperrmüll.

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„Nach einer ersten Bilanz hatten wir besonders hohe Müllaufkommen im Treptower Park und am Schlesischen Bruch“, so eine Sprecherin des Unternehmens. „Wir stellen fest, dass die Müllaufkommen nicht nur konzentriert an den Demonstrations- und Feststrecken zu verzeichnen sind, sondern sich jetzt auch sehr abseits davon erstrecken.“
Auch im vergangenen Jahr war die Berliner Stadtreinigung (BSR) nach dem 1. Mai schon ab den Nachtstunden unterwegs, um den Müll von Feiernden und Demonstranten am 1. Mai zu beseitigen. Damals mit 110 Beschäftigten und 45 Fahrzeugen. Einsatzschwerpunkte waren demnach die Oranienstraße, Skalitzer Straße und Kottbusser Tor. Allein dort seine 110 Kubikmeter Abfall eingesammelt worden. Im Vorjahr waren es 125 Kubikmeter, hieß es.





