Die Verlängerung der U-Bahn-Linie 7 von der jetzigen Endhaltestelle Rudow zum Hauptstadtflughafen BER macht wirtschaftlich Sinn. Zu diesem positiven Ergebnis kommt eine Kosten-Nutzen-Analyse, wie die Gemeinde Schönefeld am Dienstag mitteilte. Damit nahm die Baumaßnahme eine erste wichtige Hürde in Richtung tatsächlicher Realisierung.

Montag bis Samstag

Morgenpost der Chefredaktion

Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.

Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.

„Nach aktuellem Stand ist die volkswirtschaftliche Vorteilhaftigkeit, die für die Gewährung der Mittel erforderlich ist, nachgewiesen“, teilte die Gemeinde mit. Die Länder Berlin und Brandenburg wollen die U7-Verlängerung voranbringen, um die Verkehrsanbindung für Anwohner, Pendler und Flugreisende zu verbessern. Sie brauchen dafür aber unbedingt finanzielle Hilfe vom Bund. Voraussetzung dafür ist ein positives Ergebnis in der Kosten-Nutzen-Analyse, ohne das keine Bundesmittel beantragt werden können. Die Kosten einer U7-Verlängerung zum BER wurden vor zwei Jahren bereits auf eine Spanne von 811 bis zu 890 Millionen Euro geschätzt.

Eine Verlängerung für die U7 ist auch in Spandau angedacht

An der künftigen U-Bahn-Verlängerung sollen insgesamt sieben Streckenbahnhöfe entstehen. Damit sollen Wohngebiete und Gewerbegebiete erschlossen werden, außerdem soll der Bahnhof Schönefeld einen Umstieg bekommen. Die Nutzen-Kosten-Analyse haben die Berliner Senatsverkehrsverwaltung, das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) des Landes Brandenburg, der Landkreis Dahme-Spreewald, der Flughafen BER, die Stadt Ludwigsfelde sowie die Gemeinde Schönefeld in Auftrag gegeben.

Eine Herausforderung bei der U7-Verlängerung zum Flughafen ist die Finanzierung des Projekts. Auch wenn der Bau durch den Bund gefördert wird, bleibt den Ländern ein Eigenanteil, und ein Großteil der Strecke führt durch Brandenburg. Zunächst einmal ist aber die weitere Planung zu bezahlen. Berlins Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) will den U-Bahn-Ausbau im kommenden Haushalt berücksichtigen. „Ich werde alles dafür tun, auch in haushälterisch herausfordernden Zeiten den Ausbau des ÖPNV voranzutreiben. Wenn wir jetzt nicht investieren, belasten wir die nachfolgenden Generationen. Zudem ist der Ausbau für eine prosperierende Hauptstadtregion und den Wirtschaftsstandort Berlin erforderlich“, sagte sie der Berliner Morgenpost.

Auf der anderen Seite der U7, die mit 31,8 Kilometern die längste Berliner U-Bahn-Linie und auch die längste unterirdisch verlaufende U-Bahn-Linie Deutschlands ist, ist ebenfalls eine Streckenverlängerung angedacht. Sie soll vom jetzigen Endbahnhof Spandau bis zum Großwohngebiet Heerstraße Nord in Staaken führen und die dortigen 20.000 Bewohnerinnen und Bewohner somit an die Innenstadt anschließen. Laut Senatsverkehrsverwaltung befinden sich für diesen Ausbau die Arbeiten zur Grundlagenuntersuchung inklusive Nutzen-Kosten-Untersuchung in der Finalisierung. Die Ergebnisse sollen spätestens im vierten Quartal vorliegen, heißt es.