Auch, wenn sie in der öffentlichen Wahrnehmung keine große Rolle mehr spielen: Die einst „Affenpocken“ genannten MPox sind nicht verschwunden. Das zeigt sich aktuell in Berlin, wo den Gesundheitsämtern in den ersten drei Monaten des Jahres 2025 43 Fälle gemeldet wurden. Besorgniserregend ist das vor allem, weil es in den beiden Vorjahren im gleichen Zeitraum jeweils nur neun beziehungsweise zehn Fälle gegeben hatte.

Mehr MPox-Fälle in Berlin: Impfung als Prävention für bestimmte Gruppen

Allein in der letzten März-Woche seien zehn Fälle gemeldet worden – die höchste Zahl an Neuinfektionen binnen einer Woche seit 2022, heißt es vom Landesamt für Gesundheit und Soziales (Lageso). Die aktuellen Meldezahlen ließen vermuten, dass sich das Infektionsgeschehen weiter ausbreiten könnte. Wichtigste Präventionsmaßnahme sei die Impfung gegen Mpox. Diese wird für Männer, die mit Männern Sex haben, empfohlen. Erhältlich ist sie in den meisten HIV-Schwerpunktpraxen in Berlin.

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In ganz Deutschland wurden 2025 bisher 154 Mpox-Fälle an das RKI gemeldet (Stand: 3. April 2025). Wegen des mit einer Infektion verbundenen Stigmas – betroffen sind hierzulande vor allem Männer, die Sex mit Männern haben – gehen Experten jedoch von einer hohen Zahl an nicht erfassten Erkrankungen aus. Todesfälle, die mit MPox in Verbindung stehen, gab es in Deutschland bisher nicht.

Deutlich dramatischer ist die Situation in Teilen Afrikas. Das Virus wurde dort bis Ende 2024 in 18 Ländern nachgewiesen, die Zahl der Toten lag innerhalb eines Jahres deutlich über 1000, die Zahl der Infizierten jenseits der 42.000.

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Wissenschaftler warnen vor zu leichtfertigen Umgang mit MPox

Unter anderem diese hohen Zahlen bereiten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern Sorgen. Hinzu kommt: Die Maßnahmen gegen eine Ausbreitung des Virus fallen bisher eher schwach aus. Durch einen zu leichtfertigen Umgang mit dem Virus könnten die MPox aber zu einer „ernsten globalen Gesundheitsbedrohung“ werden, warnt ein Forscherduo aus Großbritannien nun im Fachmagazin „Nature Medicine“. Zwar sei keine eindeutige Vorhersage zu Entwicklung und Auswirkungen möglich, es gebe jedoch klare Hinweise auf ein hohes Epidemie- oder sogar Pandemierisiko.

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Die aktuell kursierenden MPox-Varianten werden überwiegend durch engen Körperkontakt von Mensch zu Mensch übertragen, vor allem beim Sex. Das sei noch nicht immer so gewesen, erklärt Carlos Maluquer de Motes von der University of Surrey in Guildford. „Dieser Wandel in der Art der Übertragung führt zu längeren Übertragungsketten und anhaltenden Ausbrüchen.“

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Die Bekämpfung von Mpox müsse auf der globalen Gesundheitsagenda nach oben rücken, ist der Virologe überzeugt. Bisher seien nur begrenzte Diagnoseinstrumente und noch weniger antivirale Behandlungen verfügbar. „Wir brauchen dringend eine bessere Überwachung und lokale oder regionale Kapazitäten, um das zu produzieren, was wir brauchen – sonst riskieren wir künftige Epidemien.“

mit dpa/afp