Insgesamt 1937 Berliner Kinder ohne Empfehlung fürs Gymnasium haben sich für den Probeunterricht angemeldet, um ihre Eignung für das Gymnasium doch noch nachzuweisen. Geschafft haben die neue Aufnahmeprüfung aber gerade mal 51 Kinder. „Die mit 2,6 Prozent extrem niedrige Bestehensquote des sogenannten Probeunterrichts als zusätzliche Zugangsmöglichkeit zum Gymnasium hat viele betroffene Eltern schockiert und es gibt bereits verschiedenen Petitionen“, erklärte Norman Heise, Vorsitzender des Landeselternausschusses (LEA). „Auch wir als LEA sind vom Ergebnis sehr überrascht.“ In Brandenburg liege die Quote bei zehn Prozent, das schlechte Abschneiden der Berliner Schüler sei „nicht nachvollziehbar“.

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Der LEA kritisiert unter anderem die Validität des Testverfahrens. Es stelle sich angesichts der mutmaßlich hohen Anforderungen der Testsituation die Frage, wie viele derjenigen Schüler den Test wohl bestanden hätten, die eine Gymnasialempfehlung aufgrund der Förderprognose haben. „Diesem Realitätscheck ist das Testverfahren nicht unterzogen worden“, so Heise. Außerdem habe die Prüfung enormen Druck auf die Schülerinnen und Schüler ausgeübt, auf den sie nicht ausreichend vorbereitet gewesen seien.

Probeunterricht fürs Gymnasium: Ergebnisse müssen evaluiert werden

Ein weiterer Kritikpunkt der Eltern ist die überstürzte Einführung des Probeunterrichts. „Der Landeselternausschuss hat bereits vor Monaten im Beratungsprozess der Schulgesetzänderungen per Beschluss den deutlichen Hinweis gegeben, die Verfahrensänderung nicht überstürzt umzusetzen, sondern sich ein Jahr mehr Zeit zu lassen“, so Heise.

Der LEA fordert nun, dass für all die Schülerinnen und Schüler, die nach dem Probeunterricht nicht aufs Gymnasium wechseln können, an den anderen weiterführenden Schulen sehr gute Lernbedingungen geschaffen werden. Außerdem müsse es eine umfassende wissenschaftliche Analyse des Testverfahrens geben. Es sei wichtig, zu schauen, in welchen Testteilen die Schüler nicht bestanden haben und wie notwendig das abgefragte Wissen und die Kompetenzen sind, um tatsächlich am Gymnasium bestehen zu können.

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„Der Inhalt der Arbeiten sollte veröffentlicht werden, damit die Öffentlichkeit sich einen Eindruck verschaffen kann“, so Heise. „Ebenso sollte veröffentlicht werden, was im tatsächlichen Probeunterricht vermittelt und erwartet wurde – also in demjenigen Testbestandteil, in dem soziale Kompetenzen, Teamfähigkeit und ähnliches geprüft werden sollten.“

Für ebenfalls wichtig hält Heise die Verbesserung der Beratung zum Übergang in die weiterführende Schule. „Dazu gehört auch eine bessere Aufklärung über die Durchlässigkeit des Berliner Bildungssystems. Aus Gesprächen mit Eltern wissen wir, dass oft ein Gymnasium gewählt wird, weil die soziale Zusammensetzung und Wegebeziehungen berücksichtigt werden“, sagte er. Dies werde vielen Integrierten Sekundarschulen nicht gerecht und unterstreiche die Notwendigkeit, diese Schulform zu stärken.

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