Der Fall Stefan Gelbhaar kommt nicht zur Ruhe. Die Berliner Staatsanwaltschaft hat jetzt gegenüber dem „Tagesspiegel“ bestätigt, dass sie Ermittlungen gegen die Ex-Grünen-Politikerin Shirin Kreße aufgenommen habe. Es liege ein Anfangsverdacht auf Verleumdung vor.

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Kreße spielt in der Causa Gelbhaar die entscheidende Rolle. Sie soll sich als „Anne K.“ ausgegeben und dem RBB angebliche Grenzüberschreitungen Gelbhaars geschildert haben. Auf Grundlage dieser Erzählungen hatte der öffentlich-rechtliche Sender im Dezember 2024 über Belästigungsvorwürfe gegen Gelbhaar berichtet. Im Januar musste der RBB zugeben, bei der Recherche massive Fehler begangen zu haben. Es stellte sich heraus, dass Mitarbeiter des Senders die Person, die die Vorwürfe erhob, nie persönlich getroffen hatten.

Kreße selbst war Fraktionsvorsitzende der Grünen in der Bezirksverordnetenversammlung in Mitte. Als öffentlich wurde, dass sie für die Vorwürfe gegen Gelbhaar verantwortlich sein könnte, legte sie ihr Mandat nieder. Sie schied daraufhin auch bei den Grünen aus.

Dass der Fall Gelbhaar in naher Zukunft, Gerichte beschäftigen wird, ist sehr wahrscheinlich. Denn der RBB sieht sich nach den fehlerhaften Berichten über Gelbhaar laut eigenen Angaben Schadenersatzforderungen in Millionenhöhe ausgesetzt.

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Stefan Gelbhaar mit Schadenersatzforderung gegenüber RBB

Der ARD-Sender hatte Ende Februar mitgeteilt, dass in einem Schreiben des Anwalts von Gelbhaar Ansprüche auf Geldentschädigung und Schadenersatz erhoben werden. „Sie belaufen sich auf insgesamt 1,7 Mio. Euro, davon 1,2 Mio. Euro Schadensersatz, weil Stefan Gelbhaar Einnahmen entgingen, die er bei einem Wiedereinzug in den Bundestag in den kommenden Jahren erzielt hätte“, hieß es weiter.

Wegen der Affäre konnte Gelbhaar nicht erneut in den neu gewählten Bundestag einziehen, weil er im Januar als Direktkandidat des Wahlkreises Pankow ausgewechselt worden war. Er stand auch nicht auf der Landesliste seiner Partei. Gelbhaar hatte seine Listenplatzkandidatur mit Verweis auf die Vorwürfe gegen ihn Mitte Dezember zurückgezogen.

Im Wahlkreis Pankow zog schließlich bei der Bundestagswahl am 23. Februar die Grünen-Kandidatin Julia Schneider als direkt gewählte Abgeordnete in den Bundestag ein.

dpa/dw