Die Frage, ob Verdi die Beschäftigten der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) erneut zum Streik aufruft, bleibt zunächst ungeklärt. Eigentlich war geplant, dass die Tarifkommission der Gewerkschaft sich am Freitagnachmittag trifft und entscheidet, wie es in den laufenden Tarifverhandlungen weitergeht. Doch dazu kam es nicht, wie ein Verdi-Sprecher der Berliner Morgenpost sagte. Aufgrund der Ereignisse in München, wo ein 24-jähriger Asylbewerber mit einem Auto in eine Demonstration von Verdi gefahren ist und dabei zahlreiche Menschen verletzt hat, verschiebe sich alles.

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Geplant ist nun, dass sich die Tarifkommission am Montag trifft und an dem Nachmittag einen Beschluss fasst. Ein Streik wäre damit erst ab Mittwoch möglich, weil die Gewerkschaft zugesichert hat, mögliche Arbeitskämpfe mindestens 24 Stunden im Voraus anzukündigen. In Vorbereitung auf die Entscheidung hat Verdi in den vergangenen Tagen die BVG-Beschäftigten befragt, wie das weitere Vorgehen aussehen soll, nachdem das Verkehrsunternehmen bei der Verhandlungsrunde am Dienstag ein neues Angebot vorgelegt hatte.

BVG-Angebot im Tarifstreit: Verdi kritisiert lange Laufzeit

Großer Kritikpunkt der Gewerkschaft am Angebot der BVG ist die lange Laufzeit des neuen Tarifvertrags, die das Verkehrsunternehmen sich vorstellt. Demnach soll der Vertrag bis Ende 2028 gültig sein, Verdi lehnt das ab. Die BVG begründet die gewählte Laufzeit damit, dass so Planungssicherheit für die kommenden Jahre geschaffen werden soll, in denen man den Betrieb bei der BVG wieder stabilisieren wolle.

Das am Dienstag vorgelegte Angebot sieht vor, rückwirkend zum 1. Januar 2025 die Gehälter der Beschäftigten um 225 Euro im Monat zu erhöhen. In den Folgejahren bis 2028 soll das Monatsgehalt jeweils um 2,5 Prozent steigen. Zudem werden die Wechselschicht- und Fahrerzulage auf jeweils 200 Euro monatlich angehoben. Für Fahrerinnen und Fahrer bedeute dies eine Lohnsteigerung von 325 Euro pro Monat, so die BVG, was für 2025 insgesamt 11,2 Prozent mehr Gehalt entspreche. Außerdem soll das Weihnachtsgeld auf 2300 Euro erhöht werden. Die Löhne der meisten Beschäftigten steigen laut BVG bis Ende 2028 durchschnittlich um 17,6 Prozent, für Fahrer um bis zu 19,2 Prozent.

Verdi: Welche Rolle die Berlinale bei möglichen Streiks spielt

Die Forderungen der Gewerkschaft werden damit aber noch nicht erreicht. Diese will 750 Euro mehr pro Monat für alle Beschäftigten, außerdem 300 Euro als Fahrdienst- und weitere 200 Euro als Schichtzulage. Dazu kommt 13. Monatsgehalt. Weiterer Streik ist damit nicht ausgeschlossen. Die Berlinale, die an diesem Donnerstag beginnt und bis zum 23. Februar dauert, spielt in den Entscheidungen der Gewerkschaft aber keine Rolle. „Wir konzentrieren uns auf unsere Tarifverhandlungen und nicht auf Veranstaltungen“, sagte Verdi-Verhandlungsführer Jeremy Arndt im Vorfeld der dritten Verhandlungsrunde mit der BVG am Dienstag.

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Zwei weitere Verhandlungstermine sind bislang terminiert: eine Doppelsitzung am 26. und 27. Februar sowie am 21. März. Sollte bis zu diesem Termin kein aus Sicht der Gewerkschaft vernünftiges Angebot vorliegen, droht diese mit einem unbefristeten Streik.