An der Technischen Universität Berlin wird es heute Mittag spannend: Sam Altman, CEO des KI-Unternehmens OpenAI und Entwickler von ChatGPT, wird im Rahmen einer hochkarätig besetzten Podiumsdiskussion über die Zukunft künstlicher Intelligenz sprechen. Doch der Besuch sorgt für heftige Kontroversen unter den Studierenden.

Ab 12:30 Uhr diskutiert Altman mit der TU-Vizepräsidentin Prof. Dr. Fatma Deniz, BIFOLD-Direktor Prof. Dr. Volker Markl und Merantix-Momentum-CEO Nicole Büttner über die Auswirkungen von KI auf Wissenschaft, Wirtschaft und Gesellschaft. Im Fokus stehen dabei zentrale Fragen: Wie müssen sich Studierende und Wissenschaftler auf das KI-Zeitalter vorbereiten? Welche Chancen bietet die Technologie und welche Risiken gilt es zu beachten? Besonders brisant dürfte die Diskussion um die gesellschaftlichen Voraussetzungen werden, unter denen KI dem Gemeinwohl dienen kann.

Studierende kündigen Flyeraktion an

Unter dem Motto "Keine Trump-Supporter an der TU" haben Studierende für heute eine Flyeraktion organisiert. Die Studierendenschaft, die sich ab 11:30 Uhr vor dem Haupteingang versammeln will, wirft Altman vor, Trumps Wahlkampf mit Millionenspenden unterstützt zu haben. Sie kritisieren zudem OpenAIs Rolle bei der Aufweichung von Klimazielen in den USA und sehen in dem Auftritt vor allem eine Werbekampagne des Unternehmens. Die Einladung Altmans widerspreche den Nachhaltigkeitszielen der Universität und gebe "rechtem Gedankengut eine Bühne", so die studentischen Kritiker.

Der Besuch des OpenAI-Chefs fällt in eine Zeit wachsender Präsenz seines Unternehmens in Deutschland: Wie der Spiegel berichtet, wird OpenAI eine Niederlassung in München eröffnen. Die erste deutsche Standortwahl fiel damit nicht auf Berlin, obwohl die Hauptstadt mit ihrem KI-Campus und dem neuen Google-Büro als KI-Standort gilt. Deutschland gehöre zu den Top-3-Ländern bei der Nutzung von ChatGPT, teilte das Unternehmen gestern mit.

Die Veranstaltung im Auditorium ist mit 1000 Plätzen bereits ausgebucht, wird aber per Livestream übertragen.