Der neue Leiter der Friedrich-Bergius-Schule in Berlin-Friedenau, Engin Çatik, hat bereits einige Ideen, um die Probleme der Einrichtung anzugehen. „Ich habe einen Werkzeugkoffer und weiß, welche Elemente eine Schule braucht, um zeitgemäße Bildung anzubieten“, sagte er dem „Tagesspiegel“. Unter anderem möchte er für geflüchtete Jugendliche ohne Deutschkenntnisse Willkommensklassen einrichten.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
„Die Willkommensschüler werden hier bisher in Regelklassen beschult“, sagte er. „Das funktioniert nicht, wenn Sie Schüler haben, die noch nie zur Schule gegangen sind oder bisher nur arabische oder kyrillische Schriftzeichen kennengelernt haben.“ Die extreme Spreizung in der Schülerschaft habe die Lehrkräfte vor große Herausforderungen gestellt.
Von bestimmten Disziplinarmaßnahmen wie etwa dem Hoffegedienst hält der Pädagoge nichts. „Ich bin dafür, dass man Fehlverhalten aufarbeitet. Die Sanktionierung muss aber zu dem Fehlverhalten passen, damit die Kids auch verstehen, was sie falsch gemacht haben“, sagte er.
Auch interessant
Bergius-Schule in Berlin: Schulleiter plant grundlegende Neuerung
Gleichwohl gelte für Gewalt eine Nulltoleranz-Strategie. Vergangene Woche soll an der Schule ein 15-Jähriger einem gleichaltrigen Mitschüler Reizgas ins Gesicht gesprüht haben. „Das war eine Grenzüberschreitung und kein normales pubertierendes Verhalten“, sagte Çatik. „Wir haben die Polizei eingeschaltet. Dieser Jugendliche muss verstehen, das war ein Gesetzesverstoß.“ Eine Klassenkonferenz soll darüber beraten, ob ein Antrag auf Schulverweis gestellt wird.
Der neue Leiter sprach sich außerdem für gemeinsamen Sportunterricht von Jungen und Mädchen aus, der an der Schule bisher getrennt stattfindet. „Ich kann mir vorstellen, dass sich junge Mädchen manchmal unwohl fühlen oder auch mal Jungs. Aber die Aufgabe einer Schule ist es, die Jugendlichen auf Begegnungen zwischen Mann und Frau vorzubereiten.“ Sollte es Vorbehalte bei Eltern geben, werde er Gespräche mit diesen führen.
Nach Vorfällen mit gewaltbereiten Schülern und einem Brandbrief des Kollegiums hatte Çatik Ende Januar die Leitung der Schule übernommen. Bisher leitete der Pädagoge die Johanna-Eck-Schule in Tempelhof. Dort habe er bewiesen, dass er Krisen meistern könne, sagte Bildungssenatorin Katharina Günther-Wünsch (CDU).
Auch interessant
BM/dpa






