Er zeigt schon mal ganz genau, wer der Chef ist: Brillenbär-Männchen Bernardo (15), kurz Bernie genannt, ist zwar neu im Tierpark Berlin, aber nicht gerade schüchtern. Schon balgt der alte Charmeur mit der Bärin Katinka durch das Gehege, sie spielen und necken sich. Das erste Aufeinandertreffen der beiden verlief nach Auskunft des Zoos ziemlich vielversprechend. Beide sind sich offensichtlich sympathisch – beste Voraussetzung für die Pläne, die der Tierpark mit dem neuen Bären-Pärchen vorhat.

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Der 15 Jahre alte Bernie ist aus England nach Berlin umgezogen, um für Nachwuchs bei den Brillenbären zu sorgen. Gleich nach dem ersten Sichtkontakt mit Katinka war es tatsächlich um ihn geschehen. Damit war nicht unbedingt zu rechnen. „Die Vergesellschaftung von Bären ist eine besondere Herausforderung“, sagt Zoo- und Tierparkdirektor Andreas Knieriem.

Die charakterstarken Raubtiere akzeptierten nicht jeden Artgenossen sofort. Umso schöner sei es zu sehen, dass sich Bernardo und Tinka auf Anhieb so gut verstehen. „Das gibt uns Hoffnung, dass wir in Zukunft vielleicht sogar Nachwuchs begrüßen können“, so der Direktor.
Tinka, die flinke und neugierige Bärendame, fordert ihren neuen Partner aber auch gern spielerisch heraus. Sie kann mühelos Baumstämme erklimmen, während sich Bernie, der etwa dreimal so groß ist wie die Bärin, ordentlich anstrengen muss, um mitzuhalten. Ihre freche Art gefällt ihm aber offenbar, so dass daraus noch eine echte Bärenliebe entstehen kann. Die Paarungszeit liegt zwischen Mai und Juli, mit etwas Glück könnten in etwa einem Jahr junge Brillenbären in Berlin zur Welt kommen.

Der Tierpark hat eine lange Tradition mit der Haltung der Brillenbären, Bernardo und Tinka werden diese Geschichte weiterführen. In den kommenden Wochen werden sich die beiden weiter aneinander gewöhnen, bevor sie dann wieder mit den Waldhunden vergesellschaftet werden.
Auf der Roten Liste der Weltnaturschutzunion (IUCN) gilt der Brillenbär als gefährdet. Zu den Hauptbedrohungen in seinem natürlichen Verbreitungsgebiet in Südamerika zählen die Zerstörung seines Lebensraums durch Abholzung der Wälder sowie die Umwandlung dieser Flächen in landwirtschaftliches Nutzgebiet.





