Berlin hat sein Ziel, die Zahl der Verkehrstoten und Verletzten im Straßenverkehr auf Null zu senken, auch im vergangenen Jahr deutlich verfehlt. 55 Menschen starben 2024 auf den Straßen und damit 22 mehr als im Vorjahr. Wie nun aus der Anfrage der Verkehrsexpertin der Grünen Antje Kapek hervorgeht, wurden außerdem bis zum November 2024 knapp 134.000 Unfälle registriert, was in etwa dem Niveau des Vorjahres entspricht. Bei circa 14.000 dieser Unfälle wurden Menschen verletzt – ein leichter Anstieg im Vergleich zu 2023.

Montag bis Samstag
Morgenpost der Chefredaktion
Die ersten News des Tages – direkt von der Chefredaktion. Montag bis Samstag um 6:30 Uhr.
Mit meiner Anmeldung zum Newsletter stimme ich der Werbevereinbarung zu.
7901 Mal und damit in 61 Prozent der Fälle waren Autofahrer die Unfallverursacher, gefolgt von 1774 Fahrradfahrern (13 Prozent) und 846 Motorradfahrern (sechs Prozent). Einer der häufigsten Unfallgründe ist dabei seit Jahren schon das Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit. Wie Recherchen des „Tagesspiegel“ nun ergeben haben, registrierte die Berliner Polizei in den vergangenen beiden Jahren mit ihren neuen, unsichtbaren und „stillen Geschwindigkeitsmesskasten“ einige erschreckende Raser-Hotspots in der Stadt. Demnach fuhr in 25 Straßen mehr als jeder Zweite zu schnell. In 15 waren es sogar mehr als zwei Drittel, die sich nicht ans Tempolimit hielten.
An diesen Unfall-Hotspots sind 2025 Umbauten geplant
Besonders der Bezirk Pankow scheint ein bevorzugter Ort für Raser zu sein. Den Rekord mit einer Quote von gut 95 Prozent Schnellfahrern hält die Hobrechtsfelder Chaussee, die mit Tempolimit 50 durch den Bucher Forst führt, gefolgt von der ebenfalls in Buch verlaufenen Zepernicker Straße (93 Prozent Schnellfahrer), auf der Tempo 30 gilt. Der dritte Ort mit mehr als 90 Prozent zu schnellen Autos war die Wisbyer Straße zwischen Prenzlauer Promenade und Talstraße, die ebenfalls nur mit 30 km/h befahren werden darf.
Die mit Abstand meisten Verkehrsunfälle passieren allerdings aufgrund von Abbiegefehlern. Der Senat plant 2025 dementsprechend Umbauten an einigen Kreuzungen, die als Unfall-Hotspots gelten. Hier ist die Liste:
- Karl-Liebknecht-Straße/Alexanderstraße/Memhardstraße in Mitte
- Unter den Linden (UdL)/Wilhelmstraße in Mitte
- Breite Straße/Schloßplatz in Mitte
- Französische Straße/Markgrafenstgraße in Mitte
- Schlesisches Tor (Oberbaumstraße - Skalitzer Straße/Köpenicker Straße - Schlesische Straße) in Kreuzberg
- Rudi-Dutschke-Straße/Markgrafenstraße in Kreuzberg
- Mehringdamm/Blücherstraße – Obentrautstraße in Kreuzberg
- Frankfurter Tor in Friedrichshain
- Frankfurter Allee/Gürtelstraße. – Möllendorffstraße in Friedrichshain
- Sonnenallee/Saalestraße in Neukölln
- Hermannstraße/Thomasstraße in Neukölln
- Scharnweberstraße/Gotthardstraße – Kapweg in Reinickendorf
- Roedernallee/Lindauer Allee – Teichstraße in Reinickendorf
- Markstraße/Holländer Straße in Reinickendorf
- Markstraße/Pankower Allee in Reinickendorf
- Manteuffelstraße/Burchardstraße in Tempelhof
- Schöneberger Straße/Alboinstraße – BAB in Tempelhof
- Alt-Friedrichsfelde/Rosenfelder Straße in Lichtenberg
- Bornholmer Straße/Gotlandstraße - Seelower Straße in Pankow





