Erneut muss ein Fahrradbauer Insolvenz anmelden: Die Berliner Pedalpower GmbH, bekannt für (E-)Lastenräder, Tandems und Spezialräder, hat am 14. Januar beim Amtsgericht Charlottenburg einen Antrag auf Eröffnung eines Insolvenzverfahrens eingereicht. Das geht aus einer Mitteilung auf dem Insolvenzportal der Bundesländer hervor.

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Pedalpower hat sich über viele Jahre als Experte für individuell gefertigte Lastenräder einen Namen gemacht. Doch trotz des anhaltenden Trends zur nachhaltigen Mobilität geriet das Unternehmen laut dem Portal „Pleiteticker.info“ zunehmend in wirtschaftliche Schwierigkeiten und konnte zuletzt nicht mehr rentabel wirtschaften. Der Betrieb beschäftigt mehr als 25 MItarbeierinnen und Mitarbeiter.

Deutsche Fahrradhersteller in finanzieller Schieflage

Als vorläufiger Insolvenzverwalter wurde Rechtsanwalt Torsten Martini von der Wirtschaftskanzlei Görg bestellt. Zu seinen Aufgaben zählen die Verwaltung der Insolvenzmasse, das Einziehen von Forderungen sowie die Kontrolle finanzieller Transaktionen. Zudem hat er die Befugnis, Geschäftsräume zu betreten und alle relevanten Unterlagen zu prüfen. In den nächsten Wochen wird entschieden, ob das Insolvenzverfahren offiziell eröffnet wird. Bis dahin ist noch unklar, ob eine Sanierung des Unternehmens möglich ist oder eine Abwicklung notwendig wird.

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Pedalpower reiht sich damit in die Liste deutscher Fahrradhersteller ein, die zuletzt in finanzielle Schieflage geraten sind. Nach Prophete, das kurz vor Weihnachten 2024 Insolvenz anmeldete, folgte Ende Dezember 2024 auch die traditionsreiche Sprick Cycle GmbH, wie das Manager Magazin berichtete. Das Unternehmen mit Sitz in Gütersloh und einem Werk in Polen blickt auf eine 100-jährige Geschichte zurück und beschäftigt über 500 Mitarbeiter. Nach Jahren mit Millionengewinnen verzeichnete Sprick Cycle 2022 jedoch einen Verlust von rund sechs Millionen Euro.

Die Probleme der Fahrradindustrie

Wie die Autoindustrie stehen auch die Fahrradbauer vor der Herausforderung steigender Produktionskosten und sinkender Nachfrage. Während Kunden auf hohe Rabatte spekulieren, kämpfen Hersteller und Händler mit Absatzproblemen und überschüssigen Beständen. Laut einer Studie von Roland Berger bleiben die Verkaufszahlen neuer Räder bis 2026 deutlich unter dem Rekordjahr 2021, als 22,1 Millionen Fahrräder verkauft und 21,2 Milliarden Euro umgesetzt wurden.