Diese Bilder sorgten am Donnerstag für Empörung im Berliner Abgeordnetenhaus. Der stadtbekannte Clanchef Issa Remmo wandelte mit einer Besuchergruppe aus arabisch gekleideten Männern durch das Landesparlament, machte Fotos und posierte glücklich im Plenarsaal. Remmo, mutmaßliches Oberhaupt des für seine spektakulären Coups berüchtigten gleichnamigen Berliner Clans, sorgt immer wieder für Schlagzeilen. Ins Abgeordnetenhaus kam er dabei verblüffenderweise auf Einladung des CDU-Politikers Christian Zander, Sprecher für Gesundheit und Pflege seiner Fraktion. Zuerst hatte die „Berliner Zeitung“ darüber berichtet.

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Aber warum lädt ausgerechnet die selbst ernannte „Law and Order“-Partei CDU einen Mann ins Hohe Haus, der mit Verbrechen in Verbindung gebracht wird? Nachfrage bei Christian Zander. „Anlässlich der aktuellen Entwicklungen in Syrien und zur Unterstützung eines demokratischen Neuanfanges in Syrien haben sich Mitglieder einer Gemeinde an mich mit der Bitte gewandt, eine Führung durch das Berliner Abgeordnetenhaus zu ermöglichen“, erklärt er sich schriftlich. „Diese Führung wurde so organisiert wie hunderte weiterer Führungen jedes Jahr.“ Eine Einzelanmeldung sei nicht erfolgt, die Teilnehmer seien durch die Gemeinde selbst organisiert worden.
CDU-Politiker will nichts vom Remmo-Besuch gewusst haben
„Eine Teilnehmerliste war mir nicht bekannt“, so Zander weiter. „Ich habe keine Mitglieder der Familie Remmo eingeladen und würde dies auch niemals tun.“ Die Personen seien dem CDU-Politiker weder persönlich noch visuell bekannt gewesen. „Hätte ich von der Teilnahme eines Mitgliedes des Remmo-Clans gewusst, dann wäre diese Gruppe von mir ausgeladen worden“, versichert Zander. Für seine Partei ist der Vorfall dennoch maximal peinlich und ein gefundenes Fressen für die Opposition, der die CDU oftmals einen zu milden Umgang mit der Berliner Clankriminalität vorwirft.
„Gute Politik muss bürgernah sein und da lässt sich auch nicht komplett ausschließen, dass eine der schillerndsten Clan-Gestalten mal eben durch das Abgeordnetenhaus stolziert“, kommentiert Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Gewerkschaft GdP. „Issa Remmo ist ein freier Mann. Wer ihn kennt, weiß natürlich, wie er zum demokratischen Rechtsstaat steht und dass es ihm mehr um sich und das Demonstrieren eigener Macht geht als den Wiederaufbau Syriens“. Insofern sei sein heutiger Auftritt ein Super-Gau für die CDU und perfekt für sein eigenes Marketing gewesen. „Vielleicht sollte man dann auch bei Gruppeneinladungen ins AGH vorab eine Namensliste machen, wie es bei vielen Veranstaltungen längst Usus ist“, so Jendro.
Erst im September war Issa Remmo wieder aus der Gemeinde Grabowhöfe im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte nach Berlin zurückgekehrt. In Mecklenburg-Vorpommern hatte er zuvor die deutsche Staatsbürgerschaft beantragt. Remmo gilt als staatenlos. Voraussetzung für eine Einbürgerung sind geordnete Wohnverhältnisse und ein möglichst leeres Führungszeugnis. Trotz mehrerer Gerichtsverfahren ist Remmo selbst tatsächlich nicht vorbestraft. Seine arabischstämmige Familie wird allerdings zumindest zum Teil der Clankriminalität zugeordnet. Auf das Konto der Remmos gehen etwa der Diebstahl der Maple-Leaf-Goldmünze aus dem Berliner Bodemuseum und der Einbruch in das Grüne Gewölbe in Dresden.





