Knapp 100.000 Mieterinnen und Mieter der landeseigenen Wohnungsbaugesellschaften müssen für das Abrechnungsjahr 2023 Heizkosten nachbezahlen, viele der Rechnungen sind auch noch offen. Das geht aus der Antwort auf eine kleine parlamentarische Anfrage des Abgeordneten Niklas Schenker (Linke) hervor. Das seien zwar weniger Nachforderungen als im Vorjahr, „für viele Mieterinnen und Mieter aber einfach trotzdem zu viel“, so Schenker, „vor allem, weil etliche von ihnen ja bereits höhere Vorauszahlungen leisten mussten“.

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Rund 2.500 Mieterinnen und Mieter legten gegen die Nachforderungen der Betriebs- und Nebenkosten bei der Gewobag, der Gesobau, der Wohnungsbaugesellschaft Berlin-Mitte (WBM) und der Wohnungsbaugesellschaft Stadt und Land Widerspruch ein. Die Degewo und die Howoge konnten dazu keine Angaben machen, weil die Widersprüche nicht gesondert ausgewertet würden, hieß es in der Antwort.

Heizkosten: Dutzende müssen mehr als 3500 Euro nachzahlen

Die meisten Nachforderungen erreichten die Mieter der Howoge. 18.405 Mieterinnen und Mieter sollten Heizkosten in Höhe von einem bis 500 Euro nachbezahlen. 15.154 dieser Nachforderungen wurden bereits beglichen. Rund 3000 Mieterinnen und Mieter erhielten eine Nachforderung in Höhe von 500 bis 1500 Euro, davon sind bereits 1780 bezahlt worden. Für knapp 300 Mieterinnen und Mieter gab es Nachforderungen in Höhe von 1501 bis 3500 Euro, bei 25 Mietern lag die Nachforderung über 3500 Euro.

Bei der Gesobau erhielten knapp 10.500 Mieterinnen und Mieter Nachforderungen zwischen einem und 500 Euro, die meisten – nämlich 9.232 Mieter – haben diese Nachforderung bereits beglichen. Rund 1200 Mieter müssen zwischen 500 und 1500 Euro nachbezahlen, gut 100 zwischen 1500 und 3500 und 14 erhielten eine Nachforderung von mehr als 3500 Euro.

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Wohnungsunternehmen bieten bei Bedarf Ratenzahlungen an

Bei der Gewobag sind zum Beispiel 3.937 Nachforderungen zwischen einem und 500 Euro bereits beglichen, 415 stehen noch aus. Bei den Nachforderungen zwischen 500 und 1500 Euro haben 494 Mieterinnen und Mieter bereits gezahlt, 140 der Nachforderungen sind noch nicht bezahlt. 75 Mieterinnen und Mieter erhielten eine Nachforderung zwischen 1501-3500 Euro, von ihnen haben 57 bereits bezahlt, 18 noch nicht. Mehr als 3500 Euro sollten bei der Gewobag fünf Mieterinnen und Mieter nachbezahlen, drei von ihnen haben diese hohe Nachforderung bereits beglichen.

Stephan Machulik (SPD), Staatssekretär in der Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung, Bauen und Wohnen, der die Anfrage beantwortet hat, wies darauf hin, dass alle landeseigenen Wohnungsunternehmen (LWU) ihren Mieterinnen und Mietern kurzfristige Stundungen über ein bis drei Monate anbieten, etwa um Anträge auf Übernahme von Nebenkostennachforderungen bei den entsprechenden Behörden/Ämtern zu beantragen. „Sollte eine Übernahme durch staatliche Stellen nicht möglich sein, vereinbaren grundsätzlich alle LWU mit ihren Mieterinnen und Mietern kulante Zahlungsvereinbarungen, überwiegend in Form von Ratenzahlungen“, so Machulik.

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Linke fordern einen Heizkosten-Fond

Das reiche allerdings bei weitem nicht aus, so der Linken-Abgeordnete Schenker. „Uns sagen immer wieder Mieter, dass sie mit den hohen Heizkosten überfordert sind“, so Schenker, „wir machen uns deshalb für einen Heizkosten-Fonds stark, der schnell und unbürokratisch hilft.“ Dort, wo Menschen einen durchschnittlichen Energieverbrauch haben, müsse es eine Unterstützung vom Land Berlin geben. „Also einen pauschalen Zuschuss zu diesen Heizkosten“, so Schenker, „das wäre wichtig für Berlin, denn am Ende steht immer das Risiko, dass jemand seine Wohnung verliert, weil er von den Kosten überfordert ist.“