In Köpenick haben Polizeikräfte am Donnerstagmittag einen Mann niedergeschossen. Er soll zunächst selbst die Polizei in die Kleinschewskystraße gerufen haben, wie ein Sprecher der Berliner Morgenpost sagte.

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Die Einsatzkräfte bemerkten den 26-Jährigen dann mit einem Messer in der Hand, und es kam zu einer Bedrohungssituation gegenüber der Polizei. Entsprechend machten die Beamten von der Schusswaffe Gebrauch.
Unser Pressesprecher Florian Nath mit weiteren Informationen zum Einsatz in Köpenick.
— Polizei Berlin (@polizeiberlin) January 9, 2025
Zudem haben sich seitdem Anhaltspunkte dafür ergeben, dass der Mann bewusst eine Schussabgabe auf sich provoziert haben könnte.
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Wie Polizei und Staatsanwaltschaft am Nachmittag präzisierten, soll der Mann alkoholisiert gewesen und die Einsatzkräfte „mit dem erhobenen Messer angegriffen haben“. Die Schüsse hätten ihn in den Schulter- und Bauchbereich getroffen.
Der Verletzte wurde in einem Krankenhaus operiert und befand sich am Nachmittag nicht mehr in Lebensgefahr. Mittlerweile scheinen auch die Hintergründe klar. „Aus einem gefundenen Abschiedsbrief des Verletzten ergeben sich Anhaltspunkte dafür, dass dieser bewusst in Suizidabsicht eine Schussabgabe auf sich provoziert haben dürfte“, heißt es von Polizei und Staatsanwaltschaft weiter. Ein Vorgehen, das sich auch „Suicide by Cop“ nennt.
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Polizeigewerkschaft verteidigt Polizeischüsse
Benjamin Jendro, Sprecher des Berliner Landesverbands der Gewerkschaft der Polizei (GdP) verwies auf die kurze Zeitspanne, die in solchen Fällen für eine Entscheidung bleibt. Die Einsatzkräfte könnten sich „nicht nach Hause begeben, wenn jemand mit einem Messer hantiert“.
Auch dass ein Psychologe binnen weniger Minuten am Ort ist, sei unrealistisch, so Jendro weiter. „Wir haben größten Respekt davor und keine Zweifel daran, dass sie dank ihres professionellen Handelns in einem psychisch extrem belastenden Einsatz Schlimmeres verhindert haben. Es ist zu hoffen, dass dieses traumatische Erlebnis keine bleibenden Spuren hinterlässt.“ Suicide by Cop sei ein „Trend, der immer häufiger aus den USA zu uns herüberschwappt“.
Anmerkung der Redaktion
Aufgrund der hohen Nachahmerquote berichten wir in der Regel nicht über (mögliche) Suizide oder Suizidversuche, außer sie erfahren durch die Umstände besondere Aufmerksamkeit. Wenn Sie selbst unter Stimmungsschwankungen, Depressionen oder Suizidgedanken leiden oder Sie jemanden kennen, der daran leidet, können Sie sich bei der Telefonseelsorge helfen lassen.
Sie erreichen sie telefonisch unter 0800/111-0-111 und 0800/111-0-222 oder im Internet auf www.telefonseelsorge.de. Die Beratung ist anonym und kostenfrei, Anrufe werden nicht auf der Telefonrechnung vermerkt.




