Die Polizei musste am Dienstag gegen 11.50 Uhr zu einem Einsatz an der Sömmeringstraße Ecke Quedlinburger Straße ausrücken. Dort hatte eine Person mit einem Messer mehrere Personen angegriffen. Wie diese Redaktion erfuhr, war der Messerattacke kein Streit vorausgegangen.

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Auf Antrag der Staatsanwaltschaft verfügte ein Ermittlungsrichter am Mittwoch die vorläufige Unterbringung eines 30-jährigen Syrers mit Heimat in Schweden in einer Psychiatrie. „Der Beschuldigte hat auf anwaltlichen Rat weder der Polizei noch dem Haftrichter gegenüber Angaben zum Tatvorwurf gemacht“, sagte sein Verteidiger Ehssan Khazaeli am Mittwochabend der Berliner Morgenpost.
Der mutmaßliche Täter soll einen 69-Jährigen und einen 19 Jahre alten Mann mit einem Messer angegriffen und verletzt haben. Der 19-Jährige mit türkischen Wurzeln konnte das Krankenhaus bereits wieder verlassen. Der 69 Jahre alte Mann russischer Herkunft liegt weiterhin in einer Klinik. Wie diese Zeitung erfuhr, erlitt er mehr als zehn Messerstiche.
Der Tatverdächtige hat laut Polizei in dem Rewe-Supermarkt in der Sömmeringstraße und auf dem Gehweg vor einem Hotel in unmittelbarer Nähe die beiden Männer angegriffen. Der Tatverdächtige soll mit einem zuvor im Supermarkt geklauten Messer auf die zwei Männer eingestochen und beide verletzt haben.
Mordkommission des LKA Berlin übernimmt Ermittlungen
Ein Mann konnte nach ambulanter Behandlung entlassen werden, der Zweite wird zur Stunde in einem Krankenhaus medizinisch versorgt. Die Ermittlungen wegen eines versuchten Tötungsdeliktes hat eine Mordkommission des Landeskriminalamtes Berlin übernommen.
Erste Erkenntnisse deuten darauf hin, dass beim Tatverdächtigen Anzeichen einer psychischen Erkrankung vorliegen könnten. Die Ermittlungen dauern an.

Charlottenburg: So verlief der Polizei-Einsatz
Noch am Nachmittag befragten die Beamtinnen und Beamte Zeugen der Messerattacke. Die Kriminaltechnik war vor Ort und sicherte Spuren. Der Eingang des Supermarkts war weiträumig abgesperrt. Kunden sagten, sie hätten den Laden nur durch die Tiefgarage betreten können. Die Quedlinburger Straße war zwischen Sömmeringstraße und Treseburger Straße komplett gesperrt.
Nach Angaben der „B.Z.“ habe der Täter wild um sich gestochen. Demnach sollen ihn mehrere Passanten überwältigt haben. Das Blatt will außerdem wissen, dass es keine Hinweise auf einen terroristischen Anschlag gebe.
Die genauen Hintergründe für die Tat sind noch unklar. An der Straßenkreuzung leben auf einer Straßenseite junge Geflüchtete in einem Hotel, auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich eine Flüchtlingsunterkunft für Familien. Ob es zu einer Auseinandersetzung zwischen Geflüchteten gekommen war, ist Gegenstand der Ermittlungen.
mit dpa
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