Vom Brandenburger Tor wehte am Montag für einige Stunden die Flagge der kurdischen Selbstverwaltung in Syrien: Aktivisten hatten das Berliner Wahrzeichen besetzt. Ihr Protest richtet sich gegen die Angriffe auf die kurdischen Gebiete im Norden des Landes. Vier Aktivisten entrollten ein Banner, auf dem „Rojava verteidigen!“ steht.
Aktivisten besetzen Brandenburger Tor: Forderungen nach Anerkennung Rojavas und Stopp deutscher Waffenlieferungen
Rojava ist ein Name für die kurdische Selbstverwaltung in Nordostsyrien. Auch nach dem Fall des Assad-Regimes halten dort die Kämpfe zwischen den pro-türkischen SNA-Milizen und dem kurdischen Militärbündnis SDF an. Der türkische Präsident Erdogan sieht in den Kampfeinheiten Rojavas einen Ableger der verbotenen kurdischen Arbeiterpartei PKK und bezeichnet sie als Terroristen.
Am frühen Nachmittag sind mehrere Personen mittels Hebebühne auf das #BrandenburgerTor gelangt. Die Personen rollten dort ein Banner mit einer Aufschrift mit Syrien-Bezug aus. Einsatzkräfte einer #EHu und unseres #A28 sind vor Ort.#b1612
— Polizei Berlin (@polizeiberlin) December 16, 2024
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Trubel am Brandenburger Tor: Hebebühne, Sprungkissen, Höhenretter
Auf das Brandenburger Tor kommen die Aktivisten kurz nach 14 Uhr über eine LKW-Hebebühne. Die Polizei greift nach einigen Minuten ein und führt die Fahrerin des Wagens ab. Der Bereich zwischen den Säulen wird abgesperrt, Sprungpolster werden aufgebaut. Auch die Höhenrettung wird alarmiert. Durch ein Megafon erklären die Aktivisten von oben ihre Forderungen, darunter auch den Stopp deutscher Waffenlieferungen an die an die Türkei.

„Die Aktivisten werden so lange es geht da oben bleiben“, sagt ein Sprecher von „RiseUp4Rojava“ noch am Mittag der Morgenpost. Die linke Initiative steht hinter der Protestaktion. „Wir müssen darauf aufmerksam machen, dass die Stadt Kobanê gerade angegriffen wird, genauso wie schon 2014 vom Islamischen Staat. Nur, dass diesmal offensichtlich die Türkei an der Seite der Islamisten kämpft.“
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Wie aus einer Pressemitteilung hervorgeht, fordert die „RiseUp4Rojava“ die Anerkennung der kurdischen Selbstverwaltung, um „Frieden und Demokratie in Syrien und der ganzen Region“ zu ermöglichen.
Als die Aktivisten ihr Transparent entrollen, jubeln mehrere Menschen in der Menge. Leider nicht im Video: Ein Segwayfahrer, der sich umdreht und mit den Worten „Welcome to Berlin…“ wegfährt. pic.twitter.com/O7brdOxmUj
— Vitus Studemund (@vitusstudemund) December 16, 2024
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Touristen verwundert: „Welcome to Berlin“
Bei den Reisegruppen, die das berühmte neoklassizistische Stadttor bewundern wollen, sorgt das Geschehen in luftiger Höhe für viel Staunen: Eilig knipsen Touristen Fotos, als die Aktivisten ihr Transparent vom Dach-Vorsprung herunterlassen. Ein Mann hat genug gesehen: „Welcome to Berlin“ murmelt er und fährt auf seinem Segway davon.

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Die vier Aktivisten knien sich unterdessen vor die Quadriga und beobachten das Gewusel aus Schaulustigen und Einsatzkräften. Am Relief vor dem Brandenburger Tor befestigen sie die Flagge der kurdischen Selbstverwaltung und den Wimpel der weiblichen kurdischen Kampfeinheit YPJ.

Nach fast drei Stunden, um 17 Uhr, meldet die Polizei, man habe die Aktivisten vom Dach geleitet. „Jetzt werden ihre Personalien festgestellt und Anzeigen wegen Verstoßes gegen das Versammlungsfreiheitsgesetz, Hausfriedensbruch und gemeinschädlicher Sachbeschädigung gefertigt“, heißt es in einem Post auf der Plattform X. Das Transparent sei von den Höhenrettern wieder entfernt worden.
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