Geplante Kürzungen in Höhe von mehreren Millionen Euro haben am Donnerstag tausende Mitarbeitende von sozialen Trägern auf die Straße gebracht. Jugendhilfe, Schwulenberatung, ärztliche Versorgung von Menschen auf der Straße: Betroffen sind unterschiedlichste Bereiche. Die Berliner Morgenpost hat mit Vertreterinnen und Vertretern von sechs Trägern über die Auswirkungen der möglichen Sparzwänge gesprochen.

„Im ganzen Handlungsfeld HIV/ AIDS könnten ungefähr zehn Prozent der Stellen wegbrechen. Berlin hat sich als Fast Track City dazu verpflichtet, das Ende von AIDS bis 2030 herbeizurufen. Wenn wir jetzt auf den letzten Metern nachlassen, gefährden wir die Erfolge der Vergangenheit bei Infektionserkrankungen. Je weniger in die Prävention investiert wird, desto mehr Virus wird es geben“, Stephan Jäkel, Schwulenberatung Berlin. © FUNKE Foto Services | Reto Klar

„Wir betreuen Jugendliche beim Übergang von der Schule in den Beruf, etwa bei Bewerbungsschreiben oder Vorbereitung auf Vorstellungsgespräche. Durch die Kürzungen werden wir die Jugendlichen nicht mehr unterstützen können. Wir sind unsicher, ob wir uns arbeitslos melden oder etwas anderes suchen sollen“, Seyran Tunc, Neuköllner Netzwerk Berufshilfe.© FUNKE Foto Services | Reto Klar

„Alles kostet jedes Jahr mehr. Eine Nicht-Erhöhung ist auch eine Kürzung. Jetzt freuen wir uns darüber, dass wir vielleicht auf Null herauskommen. Es wird trotzdem weniger Maßnahmen geben. Wenn in dieser Situation die Tarifmittel gekürzt würden, müsste man das Geld woanders finden“, Felix Korff vom Bund der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ). Links neben ihm: Lukas Brömmling, ebenfalls vom BDKJ. © FUNKE Foto Services | Reto Klar


