Das Zollfahndungsamt Berlin-Brandenburg und die Staatsanwaltschaft haben am Dienstagmorgen eine großangelegte Razzia gegen eine Bande von E-Vape-Schmugglern durchgeführt. Das erfuhr die Berliner Morgenpost aus Ermittlerkreisen. Rund 500 Einsatzkräfte der Zollämter, der Polizei und der Steuerfahndung durchsuchten rund 40 Wohnobjekte, Ladengeschäfte, Shishabars, Lager und Fahrzeuge, unterstützt durch Kräfte der Technischen Hilfswerks (THW). Durch die Einsatzkräfte konnten bislang insgesamt 400.000 unversteuerte und nicht verkehrsfähige Einweg-E-Zigaretten sowie über 600 Kilogramm unversteuerter Wasserpfeifentabak aufgefunden und sichergestellt werden. Des Weiteren wuren über 200.000 Euro Bargeld beschlagnahmt.

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Tatverdächtig, die, in Deutschland verbotenen, elektrischen Einwegzigaretten im großen Stil eingeführt und weiterverkauft zu haben, sind acht Männer im Alter von 24 bis 41 Jahren. Informationen dieser Redaktion zufolge sollen sie einer bekannten arabischstämmigen Großfamilie, die der Clankriminalität zugeordnet wird, angehören. Angeklagt werden sie nun wegen „bandenmäßiger und erwerbsmäßiger Steuerhehlerei“. Der enstandene Steuerschaden wird auf mindestens 500.000 Euro geschätzt.

Illegale Produkte wurden intensiv auf den sozialen Medien beworben

„Mit diesem komplexen Ermittlungsverfahren setzt die Zollfahndung ein deutliches Zeichen gegen Steuerhinterziehung und organisierte Kriminalität“, sagt der Leiter des Zollkriminalamts Tino Igelmann, „im Zusammenwirken mit unseren Partnerbehörden ist es unser Hauptziel, die Strukturen der Täter zu zerschlagen und rechtwidrig erlangtes Vermögen einzufrieren.“

Bei den verbotenen E-Vapes handelt es sich um elektronische Einwegzigaretten, die nicht wieder aufgefüllt werden können. Sie werden aus Drittstaaten nach Deutschland geschmuggelt, ohne Steuern abzuführen. Verboten sind sie wegen der unbekannten, vermutlich extrem schädlichen Inhaltsstoffe und der Abfüllmenge. Zur Einordnung: Während zugelassene Vapes 600 bis 800 Züge beinhalten, sind bei den illegalen bis zu 10.000 möglich. „Die Zielgruppe der Bande waren explizit Kinder und Jugendliche“, erzählte einer der Fahnder der Morgenpost. Die illegalen Produkte seien aus diesem Grund professionell auf sozialen Medien wie Instagram und TikTok beworben worden, obwohl ein grundsätzliches Werbeverbot für derartige Produkte besteht.

Nach dem Jugendschutzgesetz (JuSchG) dürfen nikotinhaltige und -freie Einweg-E-Zigaretten zudem nicht an Kinder und Jugendliche abgegeben werden. Ein Verstoß stellt eine Ordnungswidrigkeit dar, die mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden kann. Da der Dampf der Einweg-E-Zigaretten weder nach Rauch riecht, noch nach Tabak schmeckt, sondern nach fruchtig-exotische Aromen, sind sie bei Kindern und Jugendlichen besonders beliebt. Über die langfristigen Erfolge der Razzia machen sich der Ermittler keine Illusionen. Die Bande sei sehr organisiert vorgegangen: „Was wir da rausgeholt haben, wird wahrscheinlich direkt wieder aufgefüllt.“