Erneut ist es in Berlin zur gezielten Sprengung zweier Geldautomaten gekommen. Informationen der Berliner Morgenpost zufolge erwischte es in der Nacht zu Donnerstag eine Filiale der Targo Bank in der Grevesmühlener Straße in Lichtenberg. Die Polizei bestätigte den Vorfall, sie war nach einem Zeugenhinweis mit einem Großaufgebot und Helikoptern vor Ort. Über den eingesetzten Sprengstoff und ob die Täter Geld erbeuten konnten, lagen zunächst keine Informationen vor. Die beiden Tatverdächtigen sind flüchtig. Bilder vom Tatort bezeugen einen hohen Sachschaden, fast die gesamte Bankfiliale wurde zerstört. Es wird weiterhin ermittelt.

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„Wir reden bei Geldautomaten-Sprengungen nach wie vor über sehr ein lukratives Geschäft, das nicht nur die Mocro-Mafia für sich entdeckt hat, weil man schnell sehr viel Geld machen kann, wenn man sich das nötige Equipment besorgt“, sagt Benjamin Jendro, Sprecher der Berliner Polizeigewerkschaft GdP. „Wenn man sich das Szenario anschaut, sieht man schon, dass hier jemand ordentlich Material zur Verfügung hatte und einfach in Kauf genommen wurde, dass dabei Menschen sterben.“ Man müsse leider weiterhin feststellen, dass die Bankinstitute trotz der steigenden Zahlen noch nicht flächendeckend Mechanismen ergreifen, um Tätern von derartigen Taten abzuhalten. „Wer das verhindern will, braucht moderne Videotechnik, Alarm-Sicherung, Vernebelungsanlagen und einen ordentlichen Nachtverschluss“, so Jendro.

Immer häufiger stecken Trittbrettfahrer hinter den Sprengungen

Automatensprenger sind bereits seit einigen Jahren ein ernstes Problem. Laut der Berliner Polizei kam es im vergangenen Jahr zu 24 Geldautomatensprengungen in der Hauptstadt, in elf Fällen wurde Geld entwendet. Im laufenden Jahr 2024 waren es bereits mindestens 29 Sprengungen. Oftmals stecken international agierende Banden aus den Niederlanden oder Osteuropa, die von Region zu Region reisen, dahinter. Experten warnen aber zunehmend auch vor Trittbrettfahrern, die mit dem eingesetzten Sprengstoff nicht umgehen können und daher ein enormes Risiko für Passanten darstellen. Statt Gas wurde zuletzt häufig gefährlicher Sprengstoff für die Überfälle genutzt.

Ende Oktober erst sorgte der Zufallfund eines halben Kilos hochexplosiven Triacetontriperoxids (TATP) am S-Bahnhof Neukölln bundesweit für Schlagzeilen. Nachdem zunächst der Verdacht auf einen Terrorakt bestand, kristallisierte sich rasch heraus, dass die Hinweise eher auf Automatensprenger aus Osteuropa deuteten. Die beiden Tatverdächtigen sind nach wie vor flüchtig.