- Lange wurde in Berlin um das 29-Euro-Ticket gestritten
- Nun steht fest: In seiner jetzigen Form wird das günstige Ticket abgeschafft
- Was bedeutet das für Bestandskunden? Droht gar Chaos? Der Überblick
Nutzer des bald auslaufenden Berlin-Tickets werden ihr Abonnement für Busse und Bahnen in der Hauptstadt voraussichtlich nicht mehr die gesamte Vertragslaufzeit zum Monatspreis von 29 Euro nutzen können. Laut einem Bericht des „Tagesspiegel“ plant der Senat, die Subventionen für das Ticket im Frühjahr zu beenden. Mit den Plänen vertraute Kreise bestätigten dies der Deutschen Presse-Agentur.

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Verkehrssenatorin Ute Bonde (CDU) betonte am Mittwochnachmittag im Ausschuss für Mobilität auf eine Anfrage der Linken, dass das 29-Euro-Ticket aus ihrer Sicht schnellstmöglich abgeschafft werden soll. Sie verwies darauf, dass in der Spar-Liste von CDU und SPD von einer Summe von 300 Millionen Euro ausgegangen wird, die durch das Ende des 29-Euro-Tickets eingespart werden können. „Das ist der gesamte Ansatz, der hinterlegt war“, so Bonde. „Damit wird das 29-Euro-Ticket im Jahr 2025, so wie es heute besteht, nicht mehr bestehen.“ Denn: Je länger das Ticket noch läuft und damit subventioniert werden muss, desto geringer ist in der Folge die Einsparsumme für das Land Berlin.
Was genau das für die rund 200.000 Inhaber des Tickets heißt, die das Berlin-Abo eigentlich für ein Jahr abgeschlossen haben, sagte sie jedoch nicht. „Wir sind mit der BVG, mit der S-Bahn und dem VBB in Gesprächen, wie wir es umsetzen und wann wir es umsetzen werden“, sagte die Senatorin. „Ich kann nur sagen, wir werden es schnellstmöglich umsetzen.“
Das Abo wurde erst dieses Jahr eingeführt. Es ermöglicht Fahrten im öffentlichen Personennahverkehr innerhalb Berlins und kostet bislang 29 Euro im Monat. Eigentlich ist das Ticket erst nach frühestens einem Jahr kündbar. Im Zuge der Haushaltseinsparungen des Senats soll das ÖPNV-Angebot nun wegfallen.
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Wer ein Ticket besitzt, hat deshalb dem Bericht zufolge bald mehrere Optionen. Wer gar nichts tut, soll automatisch auf das bundesweit gültige Deutschlandticket umgebucht werden, das ab Januar 58 Euro im Monat kostet. Wer das nicht möchte, muss dem Schritt widersprechen. Es bleiben dann als Optionen die Weiterführung des Berlin-Tickets als normales AB-Ticket, das im Abo 71,40 Euro im Monat kostet, oder die Kündigung des Abos.
Franziska Giffey weist auf Vertrauensschutz
Dass bei den laufenden Abstimmungen zwischen Land, Verkehrsunternehmen und Verkehrsverbund noch in dieser Woche ein Beschluss fällt, gilt dpa-Informationen zufolge als unwahrscheinlich. Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey, selbst große Anhängerin des Angebots, hatte sich das am Dienstag noch anders angehört. Die Abonnenten hätten einen Vertrag über ein Jahr zu einem bestimmten Preis geschlossen, sagte Giffey. Sie gehe davon aus, dass hier Vertrauensschutz gelte.
Kritik an der aktuellen Situation kommt von der Linken: „Damit ist das 29-Euro-Ticket-Chaos ist perfekt. Gestern hat Senatorin Giffey noch verkündet, dass die Ticketinhaberinnen entsprechend ihres Vertrags ein Jahr lang mit diesem Ticket fahren können sollen. Heute zieht Senatorin Bonde den Stecker und sagt den Berlinern, dass sie dieses Ticket so schnell wie möglich abschaffen will“, so der verkehrspolitische Sprecher Kristian Ronneburg. Es wäre nur anständig von diesem Senat, wenn er jetzt wenigstens die politische Größe besitzen würde und die Fahrgäste nicht hängen lässt, so dass sie im nächsten Jahr mit dem Ticket noch fahren können.“ Von Franziska Giffey forderte Ronneburg, von ihrem Amt als BVG-Aufsichtsratsvorsitzende zurückzutreten.
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