In einem Wohn- und Geschäftshaus an der Oranienburger Straße in Mitte ist am Donnerstag ein Feuer ausgebrochen. Der Brand entstand im Keller des indischen Restaurants „Amrit“. Wie ein Sprecher der Feuerwehr der Berliner Morgenpost sagte, habe sich das Feuer vermutlich über die Lüftungsanlage auf die oberen Etagen bis in den Dachbereich ausgebreitet. Dort seien eine Rauchentwicklung und auch Flammenschein sichtbar gewesen. Zur Brandursache könne man derzeit keine Angaben machen. Die Polizei ermittelt laut eigenen Angaben wegen des Verdachts auf fahrlässige Brandstiftung.

Die Feuerwehr wurde um kurz vor 8 Uhr alarmiert. Nach gut zwei Stunden hatten die Einsatzkräfte die Lage unter Kontrolle. Gegen 10 Uhr verkündete die Feuerwehr den Brand für beendet, doch wurden bei einer Nachkontrolle am Nachmittag erneut Glutnester im Gastronomiebereich gefunden, sodass es zu einem weiteren Einsatz kam. „Wenn Lüftungssysteme von einem Feuer betroffen sind, ist es schwierig, alle Glutnester zu finden“, erklärte ein Sprecher auf Nachfrage der Berliner Morgenpost.
Schwerstverletzte gab es keine. „Mindestens 14 Personen wurden durch uns betreut, vier Personen leicht verletzt ins Krankenhaus transportiert“, erklärte der Sprecher. Bei ihnen besteht der Verdacht der Rauchgasvergiftung. Die unverletzten Bewohner bekamen Tee und Decken. Die Feuerwehr war zunächst von einem sogenannten Massenanfall von Verletzten ausgegangen.
Anwohner: „Jemand klopfte panisch an die Tür“

Zwei Mitarbeiter des indischen Restaurants, die außerhalb des abgesperrten Bereichs in Decken eingewickelt saßen, berichteten, wie plötzlich Rauchgeruch im Keller zu vernehmen war. „Unser Ingenieur nahm den Geruch wahr und warnte uns, dass ein Feuer ausgebrochen ist“, erklärte eine Putzkraft, die namentlich nicht genannt werden möchte. Zum Zeitpunkt des Feuerausbruchs seien sieben Personen im Restaurant gewesen. Die Ausführungen wurden unterbrochen, als ein weiterer Mann dazu stieß und ihn vermutlich in seiner Muttersprache zurechtwies, nicht mit der Presse zu reden.

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Viele Bewohner mussten ihre Wohnungen verlassen, mehrere Wohnungen sind nach Feuerwehr-Angaben erstmal nicht mehr bewohnbar. Der rechte Seitenflügel, wo das Feuer ausgebrochen ist, sei gesperrt worden. Auch sei dort der Strom abgeschaltet worden – eine Sicherheitsmaßnahme, um die Leitungen zu überprüfen, wie ein Sprecher mitteilte.
Ein Bewohner berichtete von einem lauten Geräusch am Morgen. Anschließend habe er den Rauch im Treppenhaus bemerkt und das Gebäude verlassen. „Es klopfte panisch an der Tür“, sagten zwei Anwohner, die im höchsten Stock des Gebäudekomplexes wohnen, und evakuiert wurden.

Vor Ort waren mindestens 20 Fahrzeuge der Feuerwehr, darunter auch viele Rettungswagen. Von einer langen Leiter, die über das Gebäude ragte, wurde gelöscht, auch eine Drohne war im Einsatz. Zudem waren Einsatzkräfte mit Spezialwerkzeug und Spezialgerät auf dem Dach damit beschäftigt, Öffnungen zu schaffen, um dort Löschwasser einbringen zu können.
Die Feuerwehr war mit 120 Kräften im Einsatz. Die Oranienburger Straße wurde von der Friedrichstraße bis zur Auguststraße gesperrt. Der Tramverkehr der BVG wurde eingestellt. (mit dpa)
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